|
Trotz Oropax habe ich die Nacht nicht
wirklich viel geschlafen, denn in der quirligen Khumbu Lodge mit
ihren vielen Stockwerken und knarrenden Holztreppen und -fluren
herrschte reger Betrieb die ganze Nacht. Nach einem Müsli zum Frühstück
heisst es wieder Aufbruch zur nächsten Tagesetappe.
Heute geht es zur Akklimatisierung von Namche
Bazar nach Thame, einem Ort in einem Seitental auf 3.800 m. Bekannt
ist der Ort durch sein Kloster, das wie ein Adlerhorst 200
m höher am Hang thront.
|
 Wohnhaus
auf dem Weg nach Thame, Everest-Region
|
 Nepal
- Wo Shiva auf Buddha trifft einzigartiger Bildband mit eindrucksvollen Fotos sowie inspirierenden Texten und
Zitaten von Dieter Glogowski
|
Wir brauchen insgesamt etwa vier Stunden
für die Strecke. Der Weg hinauf ist sehr schön, denn er verläuft
immer am Hang entlang mit Blick auf den Fluss Dudh Kosi. Am Anfang
liegen noch kleine Wohnhäuser am Wegesrand, danach wird es einsamer.
Auf halber Strecke treffen wir drei
farbenfroh gekleidete junge Frauen aus Tibet, die Kartoffeln nach
Thame bringen. Jede von ihnen trägt einen ca. 30 kg schweren Sack
auf dem Rücken. Unglaublich, wie schwer auch die Frauen in Nepal
zu arbeiten haben!
|
 Marco
Polo Reiseführer Nepal Gibt auf ca. 130 Seiten einen guten
und preiswerten Überblick über Land und Leute in Nepal
|
 Nonnen
auf dem Weg nach Thame, Everest-Region, Nepal
|
Es geht wieder ein Stück den Berg herunter
und wir überqueren den Dudh Kosi auf einer Hängebrücke. Von hier
hat man in beide Richtungen einen guten Blick ins Flusstal. Steile
Felsen, sehr tiefe Einschnitte - man erkennt, wieviel Power das
Wasser hat, das aus den Bergen kommt.

Nach der Flussüberquerung geht es noch ein letztes
Stück sehr steil hinauf, bevor wir in ein malerisches Flusstal einmünden.
Am Ende liegt Thame ganz friedlich und ruhig, umgeben von Bergen.
Ein Stück weiter rechts oben am Hang erkennt man die weißen Häuser
des Klosters.
 Sunshine
Lodge im Seitental Thame, Everest-Region, Nepal
Wir übernachten heute in der Sunshine Lodge,
die ihrem Namen (noch) alle Ehre macht. Die Innere vermittelt trotz
Sperrholzplatten als Wandverkleidung eine gemütliche Atmosphäre,
da überall Kissen liegen und Pflanzen in den Fenstern stehen.
|
 Aufenthaltsraum
der Sunshine Lodge im Seitental Thame, Everest-Region,
Nepal
|
|
Ich beschließe, noch einen kleinen Abstecher
zum Kloster hinauf zu machen. Leider zieht starker Nebel auf, so
dass ich nicht wirklich eine Aussicht auf's Tal habe. Im Gegenteil
- ich bin froh, dass ich die schmalen Trampelpfade hinunter zum
Ort noch erkennen kann!
Nachdem es noch früh am Abend ist, wasche
ich mir die Haare und nutze den warmen Ofen in der Küche als "Fön".
Ich bekomme einen Tee angeboten, unterhalte mich mit der Besitzerin
der Lodge und bin wieder einmal beeindruckt, wie herzlich
einen die Menschen hier aufnehmen.
|
|
 Küche
der Sunshine Lodge in Thame, Everest-Region, Nepal
|
Der Abend klingt mit einem Gemüse-Curry
gemütlich am warmen Ofen im Aufenthaltsraum aus. Draußen ist es
inzwischen total neblig, aber ich hoffe trotzdem auf gute Sicht,
wenn wir morgen früh um 7 Uhr nochmal zum Kloster hoch gehen.
und hier geht's zum fünften
Tag, der Etappe von Thame nach Khumjung...
|