10.
Tag, am 28.8.1993 von der Meraner Hütte nach Bozen
Beim Frühstück hören wir den Wetterbericht und freuen uns über: „Heute
keinen Regen!“ Danach verlassen wir die gastliche Meraner Hütte in Richtung
Schartboden.
Wir gelangen über Kreuzjöchl (1980 m) und Maiser Rast zum Kreuzjoch
(2084 m).
Der Fernblick reicht bis zu den Dolomiten, zur Ortlergruppe und zu
den Ötztaler Alpen. Die Sicht ist klar. Nur die hohen Berge sind wolkenverhangen.
Wir gelangen auf einen breitflächigen Höhenzug, über den wir in den nächsten
Stunden genußvoll nach Süden wandern.
Es geht über weite Almweiden, der Sommerfrische der Sarntaler Viehherden.
Wir befinden uns hier im Gebiet von „Meran 2000“. Hier läuft im Winter ein mächtiger
Skizirkus ab.
Leicht fallend führt unser Weg weiter zur Möltner Kaser – Alm. Rechts unten
im Tal liegen die Orte Sarntheim, Vöran und Hafling. Aus dieser Gegend stammen
die bekannen Haflinger Pferde. Weite Hochflächen geben der Landschaft teilweise
mittelgebirgsartigen Charakter. Auf unserem schönen Höhenweg auf ca. 2000
m Höhe genießen wir rundum ein herrliches Bergpanorama.
Über Wiesen mit lichten Lärchenbeständen, den bekannten Saltner Lärchen,
geht es nach Lafenn (1527 m) mit dem Kirchlein St. Jakob.
Nach Einkehr zum Mittagessen wandern wir bei heute bei idealem Wetter über
den Salten in Richtung Süden weiter. Es ist wunderschön in dieser prächtigen
Naturparklandschaft. Wir blicken auf die Dolomiten mit Sella, Seiser Alm, Schlern
und Rosengarten.
Zum guten Wetter haben wir heute eine herrliche Luft. Gutgelaunt marschieren
wir immer leicht bergab Richtung Jenesien. Im Gasthof „Edelweiß“ lassen wir
uns Kaffee und Torte schmecken. Dann geht unser markierter Wanderweg noch durch
ein Waldstück bevor sich der Blick öffnet auf Jenesien, das sehr schön auf ca.
1087 m Höhe und 820 m über Bozen liegt.
Von Berg- und Luftkurort Jenesien aus hat man einen beeindruckenden Ausblick
auf die gesamten Dolomiten.
Wir könnten noch am selben Tag mit der Seilbahn nach Bozen hinunterfahren.
Doch unsere Verwandten kommen erst übermorgen von Süditalien zurück und nach
Bozen um uns dann auf ihrer Heimreise bis nach Oberstdorf zu unserem Auto mitzunehmen.
Wir suchen deshalb für zwei Tage eine Unterkunft in Jenesien und finden Pension
Unterkofler mit herrlichem Dolomitenfernblick vom Balkon aus.
Von hier haben wir auch einen schönen Blick auf Bozen hinunter, das auf
uns wartet.
Damit haben wir es geschafft!! Unsere Alpenüberquerung ist nun beendet!! Es ist ein tolles Gefühl, ein sehr schönes Erlebnis und wir werden es nicht
vergessen!
Der Nordteil des „E 5“ ist uns nun bekannt. Der Südabschnitt von Bozen nach
Verona und Venedig ist sicher nicht minder interessant. Er wartet auf
uns ....!!
11.
Tag, 29.8.1993 - ein weiterer Tag in Jenesien bis zur Heimfahrt
Da wir auf unsere Rückfahrt warten müssen, haben wir in Jenesien noch einen
weiteren Tag.
Bei bestem Wanderwetter sind wir nochmals ca. 6 Stunden unterwegs im reizvollen
Tschöggelberg-Gebiet zwischen dem Bergdorf Jenesien und Lafenn. Zur Einkehr
bieten sich an Locherhof, Wieserhof und Taschnerhof.
Am nächsten Morgen fahren wir mit der Seilbahn hinab nach Bozen (262 m),
der Hauptstadt der Provinz Südtirol. Bozen hat ca. 100 000 Einwohner und ist
Zentrum von Handel, Industrie und wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Es ist eine
moderne kulturell aufgeschlossene Stadt mit Kongreßzentrum und Messegelände.
Die gotische Pfarrkirche aus dem 14./15. Jahrhundert mit dem 65 m hohen filigranen
Turm ist das Wahrzeichen der Stadt.
Wir erkunden die Innenstadt und durchstreifen die Museumsstraße und
den schönen, farbenprächtigen Obstmarkt. Er ist ein Muß für Bozenbesucher.
Die von heimeligen Bogengängen eingefaßte Laubengasse ist die Hauptgeschäftsstraße
in Bozen. Die Gassen und Laubengänge sind charakteristisch für die Altstadt.
Danach gehen wir um ca. 10 Uhr zum ausgemachten Treffpunkt und freuen uns,
Helga und Conny sind hier und nehmen uns auf ihrer Heimreise mit zu unserem
Auto nach Oberstdorf.
Wir sind froh, daß alles so gut geklappt hat und unsere Füße die „Strapazen“
so gut überstanden haben.
Alle Informationen über den Fernwanderweg E5 in Deutschland, Österreich
und Südtirol wurden
von uns sorgfältig geprüft. Trotzdem kann es sein, dass Angaben zu Touren, Wegstrecken,
Verlauf, Länge oder Sehenswürdigkeiten im Verlauf des Fernwanderweges E5 von
Oberstdorf nach Südtirol nicht mehr auf dem neuesten Stand sind.