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Momentan ist eine Einreise nach Libyen auf eigene Faust nicht
möglich. Es wird eine Einladung von libyscher Seite benötigt.
Der einfachste Weg ist, sich über deutsche Vermittlung mit einer
Agentur in Tripolis in Verbindung zu setzt.
Diese schickt
dann einen Vertreter zum vereinbarten Zeitpunkt zur Grenze,
der die Reisewilligen in Empfang nimmt und die Grenzformalitäten
erledigt. Wir hatten den Eindruck, dass uns ohne den Begleiter
der Agentur SARI die Einreise nicht gelungen wäre. Selbst
er ist streckenweise etwas nervös, vor allem als man ihn darauf
aufmerksam macht, dass unser Visum nur noch zwei Tage gültig
ist. Genau so schnell wie die Panik erzeugt wurde, ist sie jedoch
auch wieder verflogen, denn irgendwann ist von unserem Visum
keine Rede mehr. Hilfreich bei Sprachproblemen ist ein Mitarbeiter
des Automobilclubs. Er hat in Deutschland Chemie studiert und
spricht perfekt unsere Sprache. Er sitzt in einem der Container
und verteilt Stempel.
Wichtig ist auch der Herr von der Bank. Es ist zwar möglich,
vor der libyschen Grenze auf tunesischer Seite auf dem Schwarzmarkt
Geld zu tauschen, aber da die Währung weder ein- noch ausgeführt
werden darf, muss man sich an der Grenze erst einmal dumm stellen.
Davon einmal abgesehen, ist für Reisende sicher interessant
zu wissen, dass die Banken inzwischen einen besseren Kurs anbieten
(155 LD für 100 US Dollar, Ghadames, Stand Januar 2002) als
die Schwarzmarkthändler (145 LD für 100 US Dollar), die sich
mit Geldbündeln wedelnd, in Ben Guerdan vor das Fahrzeug werfen.
Aber zurück zu unserem Bankangestellten. Wer an einem
Freitag (muslimischer Sonntag) die Grenze passieren will, der
muss per se mehr Zeit haben. Unser Schalterbeamter war nämlich
nicht nur in der wohlverdienten Mittagspause, sondern auch noch
zum Gebet. Auf dem Rückweg ist er dann misslicher weise vom
Rad gefallen, so dass wir etwa zwei Stunden untätig zwischen
Tunesien und Libyen herumsitzen. Und wenn die Blase erst 'mal
voll ist...
Mit dem Geld von der Bank kaufen wir arabische Nummernschilder.
Unser "guide" entschuldigt sich mehrfach für den Zeitaufwand.
Als wir ihm für seine Mühen ein kleines Trinkgeld geben wollen,
lehnt er dankend aber entschieden ab.
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Der Grenzbeamte befragt uns nach Whisky, elektronischen Geräten
und Computern. Wir antworten unsachgemäß. Er verzichtet aber
auf eine Durchsuchung und so erreichen wir nach 4 Stunden zäher
Selbstbeherrschung die ersten rettenden Dünen. Erleichtert machen
wir uns auf den Weg, um dann festzustellen, dass es nicht trivial
ist, arabische Beschilderungen zu entziffern. Nochmals liest
uns unser SARI-Helfer am Straßenrand auf und zeigt uns die Route
nach Nalut, dem ersten angepeilten Reiseziel.
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