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Gleich zu Beginn passieren wir zwei Kontrollstationen. Die
Männer sind bewaffnet bis unter die Zähne und dabei gentleman-like
im Benehmen. Eigentlich wollen auch sie nur ihre Sprachkenntnisse
anbringen.
Einer kann sogar ein bisschen deutsch.
Langsam erheben sich die Felsmassive des Akakus-Gebirges.
Wir durchfahren regelrechte Canyons auf sandigem Untergrund.
Hier koexistieren skurile Gesteinsformationen und Sanddünen
deren Farbspiel von rot über gelb bis weiss reicht. Die Strecke
ist zunächst anstrengend zu befahren.
Da sandige mit steinigen
Abschnitten wechseln, können wir nicht so viel Luft aus den
Reifen lassen, wie nötig wäre, um die sandigen Passagen locker
zu nehmen. Wir brauchen die Sandbleche des öfteren.
Zur Mittagspause
setzt sich Mahdi mit der Gitarre dekorativ in die Dünen, während
Ali uns einen Snack bereitet.
Wir hegen den Verdacht, dass wir
für die nächsten vier Tage überversorgt sein werden. Ali dachte
zweifelsohne, dass er auch uns verpflegen muss.
Wir gleiten über eine riesige Düne, die durch ihre Ausmaße
die Fahrtrichtung aller Reisen durch das Akakusgebirge diktiert.
Am Fuß des Koloss nehme ich eine "Sandprobe".
Ali ist sehr bemüht uns immer die schönsten Fleckchen zu
zeigen. Wir bezeichnen diese Photostops als Kodak Picture Spots.
Den krönenden Abschluss dieses ersten Tages bildet Fozzigaren
ein Natursteinbogen, der sich aus größerer Entfernung als Felsschlange
entpuppt. Das Faszinierende daran ist die Akustik. Ein Flüstern
unter dem Bogen ist noch in 30 Metern Entfernung zu verstehen.
Nicht weit von diesem Wunder der Natur schlagen wir unser Nachtlager
auf. Ali beginnt sofort zu kochen. Inzwischen haben auch wir
den Coleman-Benzinkocher gegen das Holzfeuer eingetauscht. Die
beiden Tuareg zeigen uns noch ein paar Kniffe in der Zubereitung
von Couscous und arabischem Tee.
Wir lernen auch, wie man im
Wüstensand köstliches Brot backt. Zum gemeinsamen Abendessen
und musizieren sitzen wir auf Decken um das Lagerfeuer. Mahdis
Lieder sind alle Variationen eines Themas.
Die Texte sprechen
von der Ténéré, jener Wüstenebene im Niger, die den Tuareg ein
so hartes Leben abverlangt, aber von der sie als wahre Heimat
träumen.
Als wir uns in die Wagen zurückziehen, verschwindet
Mahdi mit meinem TamTam (Bongo) in das Dunkel der libyschen
Wüste. Auch am anderen Morgen begleitet Ali den täglichen Spatengang
mit Musik aus einer Querflöte, die sich bei genauer Betrachtung
als abgesägter Ski- bzw. Wanderstock entpuppt.
Es ist unglaublich,
welche Melodien unser Begleiter diesem "Instrument"
entlockt. Die Akustik ist, am Fuße eines steil abfallenden Felsmassivs
vom Akakus Nationalpark,
unbeschreiblich schön. |