Reisebericht Vietnam - Ho Chi Minh City (Saigon) &
Tai Ninh, Cao Dei und Cu Chi
Die Busfahrt von Dalat nach Saigon (US$ 7 p.P.) bringt uns langsam vom den 'central
highlands' in die Mekongebene im südlichen Vietnam.
Kontinuierlich geht die Strasse leicht
bergab.
Wir machen zwei Pausen zum Tanken und Mittagessen. Es geht ziemlich
gemächlich voran, wir brauchen gut 8 Stunden...
Ho Chi Minh City ist bei weitem die größte Stadt von
Vietnam.
Offiziell
hat die heimliche Hauptstadt von Vietnam ca. 5 Mio. Einwohner, zählt man aber alle mit, die
sich inoffiziell hier niedergelassen haben, kommt man den Schätzungen
nach weit über 8 Millionen.
Damit besitzt Saigon mehr Einwohner als die
Weltstadt New York!
'Saigon'
ist heute übrigens 'nur' der Name für den district 1, d.h. offiziell
nur ein kleiner Teil der Stadt, die immer und überall in Bewegung scheint.
Hierfür sorgen schon allein die ca. 2 Mio. Mofas (!) und Motorräder,
die sich auf den Strassen von Ho Chi Minh Stadt befinden. Und man hat den
Eindruck, dass diese alle und zu jeder Zeit im
Einsatz
sind!
Der Bus fährt uns mitten ins Zentrum von Ho Chi Minh City, in die Nähe
der für Touristen / Packpacker bekannten Pham Ngu Lao St.
Wir sind
geübt, der eine wartet auf das Gepäck und der andere sichert schon
mal in einem der nahen Hotel ein Zimmer, bevor die Horde der anderen ankommenden
alles vernünftige wegschnappt.
Die Notre Dame Kirche in Saigon, Vietnam
So kommen wir günstig im Fimex Hotel, De Tham St. in Saigon unter. Dort kostet
ein normales Zimmer US$ 8 und eines mit Klimaanlage US$ 14.
Unser Gepäck
kommt in die Ecke, was neues anziehen und raus, die Stadt erkunden. Wir haben
beide Lust auf Neues
für die Augen, Ohren und Nase...
Ein 'cyclo'-Fahrer bringt uns in die noblere Ecke der Innenstadt, die 2-3
km zur Notre Dame Kirche, wo wir unseren Stadtrundgang beginnen
möchten.
Hier sieht es doch wesentlich anders aus, als wir es bisher von Vietnam gewohnt
waren.
Eine Backsteinkirche, hinter der ein modernes Hochhaus hervorragt
und gegenüber ein aus dem 19. Jh. stammender wuchtiger Kolonialbau in
dem heute die Post von Saigon ihren Sitz hat.
Und
warm
ist es...
Wir laufen nordöstlich weiter, die Dong Khoi St. hinunter. Diese
bildete früher die Hauptachse der damaligen französischen
Kolonialstadt.
Wir biegen rechts ab zum 1908 fertiggestellten Rathaus,
dem markantesten Wahrzeichen von Saigon.
Am Platz vor dem Rathauspark werden
abends allerhand Leckereien verkauft. Hier treffen sich auch die jungen Paare
zum Ausgehen. Ein schöner Ort, um abends noch etwas zu sitzen und das
Treiben um sich herum zu beobachten.
Entlang des Parks vor dem Rathaus lädt der breite Nguyen Boulevard
zum Schlendern ein.
Die erste breite Strasse, die dann rechts ab geht ist
der Le Loi Boulevard. Hier finden sich weitere prächtige Bauten,
wie das Theater oder das Rex Hotel.
Abends verkaufen in dieser Gegend Richtung
Tran Nguyen Hai Statue viele Miniläden Billigwaren bis hin zu
raubkopierten CDs.
Läuft man bis zum Saigon River kann man sich das Treiben auf
und am Fluss näher betrachten.
Etwas Flussaufwärts befindet sich
ein kleiner Anlegesteg und flussabwärts eine Bar und die Möglichkeit
mit der Fähre auf die andere Seite des
Saigon
River übersetzen zu können.
Gegenüber dem Kreisverkehr bei der Statue Tran Nguyen Hai befindet sich
der Hauptmarkt von Ho Chi Minh Stadt, der Ben Thanh Markt mit über
10.000 qm.
Ein Drüberschlendern ist ein Muss.
Tausend von Ess-, Klamotten-,
Früchte-, Dörrfisch-, Tabak-, Elektronik-, Haushaltsständen
sowie alle möglichen sonstigen Waren findet man dort.
Feilschen ist
angesagt!
Abgesehen davon ist der Markt mit seiner Uhr am Eingang inzwischen
zu einem Wahrzeichen für Saigon geworden.
Ein weiterer grosser Markt der zu empfehlen ist befindet sich in
Cholon,
Ho Chi Minh Stadts Chinatown.
Der Binh Tay
Markt.
Chinatown sieht man sich am besten mit einem Cyclo an.
Angeboten bekommt
man immer und überall eines und für 20.000 bis 50.000 VND bekommt
man eine mehr oder minder großer Stadtteilrundfahrt.
Eine weitere
Sehenswürdigkeit in Saigon ist die Nghia An Hoi Pagode am Hung Voung Boulevard.
Hier wird das Dach durch unzählige Keramikfiguren geschmückt, es
hängen Hunderte von Räucherspiralen von der Decke und es schauen
einen aus
jeder Ecke verschiedene Augen
an.
Nur eines muss nicht sein, man lasse sich nicht zum 'black river' fahren.
Der sieht mehr nach Altöl als nach Wasser aus und dort stinkt es
erbärmlich...
Ca. 3 km nördlich von Cholon befindet sich mit der buddhistischen Giac
Lam Pagode (1744) die älteste Pagode der Stadt in der heute noch
zehn Mönche leben.
Neben der Pagode befindet sich ein Park und ein weiteres
Gebäude sowie ein Friedhof mit sehr monumentalen Gräbern. Das Tor
der Pagoden ist für Besucher zwischen 6 und 19 Uhr
geöffnet.
Im Zentrum von Saigon befindet sich außerdem der Cong Vien Van Hoa Park.
Eine Oase zum Erholen und Ausspannen. Am Wochenende finden sich hier die
Pfadfinder ein, um Besprechungen und Übungen abzuhalten.
Östlich
des Park befindet sich der Palast der Einheit (Hoi Truong Thong Nhat),
der einst das 'weiße Haus der Republik Südvietnam' war.
Er wurde im
19. Jh. als Sitz des franz. Generalgouverneurs erbaut und 1966 nach einem
Bombenanschlag durch einen Betonbau ersetzt. Seit er 1975 von den Vietcong
gestürmt wurde dient er als
Museum.
Nördlich des modernen Stadtzentrums befindet sich die Chua Ngoc
Hoang, der bunte Tempel des Jadekaisers. Von außen eher unscheinbar
und rosa bietet eher innen eine beachtenswerte Mystik mit Buddhas,
Wächterfiguren und den Mächtigen des Yin und Yang.
Wer an einem Museum zur Geschichte von Vietnam und Kambodscha interessiert
ist, dem sei das Historische Museum (Bao Tang Lich Su) empfohlen.
Es befindet sich in der Nähe des Zoos. Weiter gibt es noch ein Revolutions-
ein Kunst- und ein Kriegsverbrechermuseum. Zudem sind die Wasserpuppenspiele
eine örtliche Sehenswürdigkeit.
Aufführungen findet man am
Rex Hotel oder beim
Kriegsverbrechermuseum
in der Vo Van Tan Strasse. Wer mehr Zeit hat der findet in der Stadt noch
viele weitere Betätigungsfelder...
Ein kleiner Tipp: Wer schon immer mal billig zu einem Lonely Planet
Reiseführer kommen wollte.
An der Pham Ngu Lao St. findet man einige
klevere Verkäufer, die viele der begehrten Bücher komplett
kopiert(inkl. Farbseiten!) haben und diese für ca. ¼ des
Normalpreises verkaufen.
So kamen wir jedenfalls zu einem
LP 'cambodia'
, der uns später im Nachbarland noch ganz nützlich war...
In der Umgegend von Ho Chi Minh City befinden sich noch weitere
Sehenswürdigkeiten, die sich mit einem Tages- oder Mehrtagesausflug
erkunden lassen.
Das Mekong-Delta
ist sehr interessant und groß, deshalb betrachten wir es auf einer gesonderten
Seite.
Ein lohnender Tagesausflug von Saigon aus ergibt sich mit den Cao-Dai-Tempel in Tay Ninh
und dem Vietcong Tunnelsystem von Cu Chi.
Diese und andere Touren bekommt
man in Saigon fast überall, vor allem in der Gegend um die Pham Ngu
Lao St.
Wir bezahlen US$ 4 p.P. und werden am Morgen vor unserem Hotel abgeholt.
Zuerst sehen wir auf der Fahrt nach Tay Ninh wie Reisblätter hergestellt
werden. Eine Frau führt uns vor,
wie die Reispampe
glattgestrichen wird
und die Blätter zum Trocknen aufgehängt werden.
Die durchsichtigen
und geschmacksneutralen Reisblätter werden u.a. verwendet, um
die vietnamesischen Frühlingsrollen (schmecken anders als gewohnt!)
zusammenzuhalten.
Nach knapp drei Stunden Fahrt kommen wir beim Cao-Dai-Tempel an.
Gerade
richtig, um uns vor dem 12.00 Uhr Gottesdienst den Haupttempel anzusehen.
Eine wahnsinnige Farbenpracht, dominiert von gelb, blau und rosa mit
märchenhaften Details wie Säulen umschlingende Drachen und dem
riesigen göttlichen Auge vor dem Altar.
Der Mittags-Gottesdienst ist
ein beeindruckendes Ereignis. In einem Ritual kommen die Priester und
Cao-Dai-Anhänger in den Tempel, begleitet von sphärischer 'Musik'.
Man darf sich auf der Empore aufhalten und dem Schauspiel beiwohnen.
Die Cao-Dai-Religion ist ein Versuch der idealen Religion. Sie ist in
Südvietnam und Kambodscha recht weit verbreitet und ein Schmelztiegel aus verschiedensten Religionen und Propheten.
Hier spielen sowohl
Buddhismus,
Taoismus, Christentum und Islam als auch lokale Sekten, Konfuzianismus bis
hin zu Jeanne d'Arc eine Rolle.
Anschließend fährt unser Bus wieder Richtung Saigon, um uns zum
Tunnelsystem und Kriegsmuseum von Cu Chi zu fahren.
Nach einem ca.
20- minütigen Film über das
Tunnelsystem
und die Bedingungen zur Kriegszeit werden wir durch die Anlage geführt.
Als erstes bekommen wir die verschiedenen 'Hilfsmittel' zu Gesicht, mit denen
die Vietcong sich gegen die Amerikaner zur Wehr setzten.
Schreckliche Fallen
und Geräte!
Man legte es darauf aus, den Feind schwerst zu verletzen,
nicht aber zu töten. Die Verletzten waren für die
gesamte Kompanie eine Last. Uns wurde fast schon vom Anblick dieser
Gerätschaften übel!
a
Anschließend gehen wir durch die ehemals mit Agent Orange vom Laub befreite
Region. Kein Baum steht mehr aus der damaligen Zeit.
Das Tunnelsystem im Süden von Vietnam wurde
schon zur Zeit des Widerstandes gegen die Franzosen begonnen und im Vietnamkrieg
stark ausgebaut.
Am Ende war ein Gebiet von ca. 400 qkm mit über 200
km Tunnelsystem miteinander verbunden über das die Vietcong viele
Überraschungsangriffe startete.
Teilweise lebten die Guerillakämpfer
mehrere Jahre in dem Tunnelsystem, das zusätzlich mit weiteren Fallen
für die Feinde gespickt war...
Zu welch grausamen Taten sind Menschen doch fähig!
Alle Informationen über den Urlaub Vietnam und Kambodscha sowie Routen und Tipps wurden
von uns sorgfältig geprüft. Trotzdem kann es sein, dass Angaben zu Touren, Wegstrecken,
Verlauf, Länge oder Sehenswürdigkeiten für die Reise in Vietnam und Kambodscha nicht mehr auf dem neuesten Stand sind.