|
08.10.2008: Am Morgen ist es neblig und frisch.
Nach dem Frühstück fahren wir 3 km hinaus durch eine Lindenallee nach Lauterbach.
Hier besuchen wir
das ehemalige fürstliche Badehaus Goor und sind von seiner Mächtigkeit überrascht.
Das noble, langgestreckte, weiße Gebäude
mit vielen Säulen erinnert an die Glanzzeit des Badeortes und liegt direkt am
Bodden mit Blick auf den Fischerei- und Jachthafen von Lauterbach.
Danach schauen wir uns den Hafen an. Hier liegen auch Schiffe, die zur Naturinsel
Vilm fahren.
Danach bewegen wir unseren fahrbaren Untersatz wieder auf der Alleenstraße
weiter.
Bei Lancken Granitz biegen wir ab und machen einen Abstecher zum Jagdschloß
Granitz. Vom großen Parkplatz
(jede Std. Parkzeit 2.-- Euro) führt der Wanderweg zum Schloß.
Inzwischen ist es bewölkt und sehr neblig.
Die Wanderstrecke über 2 bis 3 Kilometer führt fast immer durch Wald und höher
zum Tempelberg (107 m). Oben angekommen blicken wir auf ein mächtiges
burgartiges Schloß, das heute im Nebel liegt.
Das Schloß (Eintritt 3,--
Euro) hat einen zentralen Aussichtsturm mit 38 m Höhe, den man auf 154 gußeisernen
Stufen über eine filigran gearbeitete Wendeltreppe erreichen kann. Der Turm
wurde von Karl Friedrich Schinkel errichtet. Oben hat man heute leider wegen
des Nebels überhaupt keine Sicht. Die beschriebene grandiose Rundumsicht bleibt
uns verborgen.
Nach der Schloßbesichtung geht die Fahrt wieder zurück in den kleinen Ort
Lancken Granitz (300 Einwohner). Von hier machen wir einen weiteren Abstecher. Eine
kurze Wanderung bringt uns zu ca. 4.500 Jahre alten steinzeitlichen Hünen-
und Hügelgräbern. Wir finden die Großsteingräber, die aus großen
Steinblöcken errichtet sind, zwischen Bäumen auf Feldern.
Nach kurzer Weiterfahrt auf der Alleenstraße biegen wir rechts ab nach Moritzdorf,
das sich zwischen dem Selliner See und Having anmutig in die Landschaft fügt.
Inzwischen
hat sich der Nebel gelichtet und wir haben blauen Himmel über uns.
Der kleine Ort hat nur eine doppelte Reihe sehr schön hergerichteter Häuser
und liegt am Fuß einer Anhöhe, auf der sich die Moritzburg befindet.
Wir laufen
hoch zur Moritzburg und genießen den weiten Blick von der Ausflugsgaststätte
über Südostrügen.
Das kleine Stück über die Baaber Bek hinüber zur Baaber Seite
kann man nur mit einem Ruderboot überqueren (pro Person -,50 Euro). Wir beschließen
auch jene Seite anzufahren, um die malerischen Blicke herüber ebenfalls genießen
zu können.
Wir bewegen unser Wohnmobil mit Blick über den See auf Baabe wieder ein Stück
zurück und erreichen nach einer kurzen Strecke das Ostseebad Baabe. Hier begeben wir uns an
den südwestlichen Ortsrand und kommen zum Mönchsguter Küstenfischermuseum und zum diesseitigen
Ufer der Baaber Bek, dem sog. "Baaber Bollwerk".
Hier können wir
den Blick auf Moritzdorf und die idyllische Landschaft nochmals bewundern. Man
spürt die Harmonie der Natur, den Einklang von Wasser und Land. Im
Hotel genießen wir einen Cappuccino bevor wir auf der Alleenstraße weiterfahren
in den Badeort Göhren mit 1.300 Einwohnern.
Ende des 19. Jahrhunderts entstanden an den schönen Sandstränden an der Ostsee
die Badeorte und Seebäder Göhren, Sellin und Binz. Die Reichen und Schönen gaben sich dort
ein Stelldichein. Lange Seebrücken und herrlich weiße Villen sowie Strandpromenaden
gehörten schon damals dazu. Diese Seebäder wirken auch heute wieder einen besonderen Reiz
aus und locken viele Feriengäste an.
Das Seebad Göhren liegt im Südosten von Rügen auf einer Landnase in der Ostsee. Die
Bäderstadt hat damit einen Nord- und Südstrand, der insgesamt ca. 7 km lang
ist.
Im schön gestalteten Ortskern Göhren mit weißen Villen befindet sich auch das Mönchsguter
Museum in einem typischen reetgedeckten Göhrener Haus.
Nach der Innenstadt des Seebad Göhren zieht es uns hinunter zum Strand und zur 280 Meter langen
Seebrücke am Nordstrand, zur beliebten Strandpromenade und dem Kurpark mit schönen Hotels am Seebad Göhren. Auch
im Oktober ist noch Betrieb und die Leute sonnen sich teilweise in Strandkörben.
Nach unserer Besichtigung der Seebrücke Göhren lassen
wir uns in einem gemütlichen Fischlokal nieder und genießen den fangfrischen
Fisch.
Der Dampfzug "Rasender Roland" fährt auch heute noch mehrmals
täglich zwischen Putbus und den Seebädern Göhren, Baabe, Sellin und Binz.
Nach dem Ostseebad Göhren fahren wir an der Küste entlang und zum Seebad Baabe mit 780
Einwohnern. Es ist das kleinste der Seebäder, hat aber den breitesten Strand.
Eine breite Straße läuft direkt auf das Ufer des Seebad Baabe zu und zeigt schöne Hotels am Seebad Baabe.
Dort erwartet uns eine neu gebaute Strandpromenade und ein flach ins Meer abfallender schöner,
breiter Strand. Auch hier genießen die Leute den herrlichen Oktobertag. Beim Rückweg vom Seebad Baabe zum Auto sehen wir in einer Parkanlage eine weiße, ca. 1930
erbaute Kirche.
|
|
|
Das nächste Seebad erwartet uns, das Seebad Sellin mit seiner eleganten Seebrücke Sellin und schönen Hotels am Ostaseebad Sellin.
Der bekannte Urlaubsort liegt an der Ostseeküste. Wir parken am Anfang der Wilhelmstraße
und laufen zum Strand. In der renomierten und unter Denkmalschutz gestellten
Straße reihen sich stolze weiße Villen im Stil der filigranen Bäderarchitektur
aneinander. Es werden damit Villen bezeichnet, die von Anfang des 19. Jahrhunderts
bis in die Zeit des 1. Weltkrieges entstanden.
Vor allem an den Strandpromenaden im Ostseebad Sellin sind die Villen sehr liebevoll restauriert und geben ein schönes Bild ab.
Am Ende dieser Prachtstraße erwartet uns ein Hightlight. Wir blicken über die
Klippen des Steilufers hinunter zur Selliner Seebrücke, die mit ihren Bauten
einzigartig auf Rügen ist.
Eine lange Treppe und ein Aufzug führen hinunter
zum Strand und zur Seebrücke. Die alte Seebrücke wurde durch Sturmfluten schwer
beschädigt und mußte abgerissen werden. Erst 1998 wurde im Ostseebad Sellin die neue 394 m lange
Seebrücke mit Cafe und Restaurant nach alten Mustern fertig gestellt und kündet
nun vom neuen Glanz Rügens. Die Seebrücke Sellin ist die längste und schönste Seebrücke auf Rügen.
Wir schlendern die Seebrücke Sellin entlang und sehen, wie ein Schiff anlegt.
Man kann
von hier aus nach Binz und Sassnitz übersetzen. Am Ende der Selliner Seebrücke befindet
sich seit neuestem eine Tauchgondel, die zu einer Fahrt in die Unterwasserwelt
der Ostsee einlädt. Auf dem Rückweg haben wir Blick auf den schönen feinen Sandstrand, der sich
im Süden bis zu den Seebädern Baabe und Göhren hinzieht.
Es wird Abend. Beeindruckt verlassen wir die Seebrücke Sellin und steigen wieder
die Treppen hinauf zur Wilhelmstraße. Durch die prächtigen, nostalgischen Villen
in der Straße kann man sich das elegante Badeleben an der Wende vom 19. ins
20. Jahrhundert vorstellen.
Auch hier gehen wir nicht weg ohne eine prima Fischmahlzeit. Dann suchen
wir einen Übernachtungsplatz und finden ihn am Ortsrand vom Seebad Sellin, den neu
angelegten Reisemobilhafen Sellin. Hier bezahlen wir für Übernachtung mit Strom
12.-- Euro.
weiter am nächsten Tag mit: Seebad Binz, Prora, Neu Mukran, Sassnitz
|