|
12.10.2008: In der Nacht hat es geregnet. Am Morgen ist es trübe und wolkenverhangen.
Heute brauchen wir die Wind- und Wetterjacke und evtl. einen Schirm.
Wir wollen nach Hiddensee, der kleinen Schwester der Insel Rügen, und begeben uns deshalb zum Hafen.
Die kleine, 17 km langgestreckte Ostseeinsel ist nur mit dem Schiff zu erreichen und wird von einigen
Städten von Rügen aus angefahren. Sie hat rd. 1.500 Einwohner und ist an manchen Stellen nur 125 m
breit.
Die Insel Hiddensee ist ein staatlich anerkanntes Seebad und ihre Bewohner leben vom Fischfang
und vom Tourismus. Die autofreie Insel ist bekannt für ihre reizvolle naturgeschützte Landschaft mit
Dünen, langen Naturstränden im Westen, reetgedeckten Fischerhäuschen und lieblicher Heidelandschaft.
Schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist sie beliebter Aufenthaltsort für Schriftsteller, Maler und
Prominente.
Unsere Fähre geht um 9.15 Uhr. Wenig Leute sind an Bord, es ist kaum Sicht. Bei der Fahrt sehen wir
Kormorane, Schwäne und Wildgänse im Wasser oder ab und zu Motorboote. Erst kurz vor Hiddensee können
wir Land, den Ort Kloster auf Hiddensee, erblicken. Ca. 10 Uhr kommen wir an.
Nachdem die Straße nach Poseritz zur Zeit gesperrt ist, fahren wir Umleitung über Rambin und Samtens
nach Garz, der ältesten und kleinsten Stadt Rügens (ca. 1.800 Einwohner). Wir besuchen das Heimat- bzw.
das Ernst-Moritz-Arndt-Museum.
Durch Nebel blicken wir über den kleinen Hafen und laufen durch den Ort, der sich heute sehr ruhig
zeigt. Nachdem Regen einsetzt, flüchten wir in ein gemütliches Bistro und warten bei Kaffee bzw. einem
Sanddornheißgetränk auf besseres Wetter. Hier im Bereich der Ostsee, auf Hiddensee und auf Rügen sind
Sanddornsträucher überall anzutreffen.
Wir haben gute Unterhaltung mit dem Wirt des Bistros, der uns Wetterbesserung vorhersagt, wenn Wind
einsetzt. Nach einer Weile laufen wir mit dem Regenschirm bewaffnet durch den Ort und besichtigen die
hübsche Inselkirche, die zwischen Bäumen auftaucht.
Immer wieder fallen uns Geschäfte auf, die Fahrräder verleihen. Sie sind auf der Insel neben
Pferdekutschen die einzigen "Fahrzeuge". Auch die Müllabfuhr kommt per Pferdewagen. Weiter auf der
Hauptstraße gelangen wir zum "Gerhart-Hauptmann-Haus", das heute ein Museum darstellt (Eintritt 3,--
Euro). Auf dem Friedhof in Kloster befindet sich auch sein Grab.
Der Regen wird mehr, aber ein kräftiger Wind kommt auf. Wir flüchten in eine Bäckerei. Kurz darauf hört
der Regen auf und wir können unsere Wanderung zum Leuchtturm starten. Beim Gerhart-Hauptmann-Haus
halten wir uns halb rechts und kommen auf den Hochuferweg mit Blicken hinunter auf den schönen
Sandstrand der Ostseeküste. Hiddensee hat 13 Kilometer Sandstrände.
Die See ist heute sehr rauh und unfreundlich und die Sicht reicht nicht all zu weit. Unser
interessanter Hochuferweg führt uns zwischen Sanddorn, Ginster, Wildrosen und Laubwald die Küste
entlang und bietet immer wieder Tiefblicke auf den Strand und hinaus auf die Ostsee. Auf unserer
Strecke, die immer wieder auf und ab führt, kommen wir an der Waldgaststätte "Zum Klausner" vorbei.
Dahinter erhebt sich auf dem Backenberg (72,5 m) der Alte Leuchtturm. Er ist 27,5 m hoch und im Dunst
und Nebel heute nur schemenhaft zu erkennen. Er steht seit 1888 und ist einer der ältesten Leuchttürme
der Mecklenburgischen Küste. Er ist auch das weithin sichtbare Wahrzeichen von Hiddensee. Wir befinden
uns im Gebiet Dornbusch, das unter Naturschutz steht.
Wir steigen das letzte Stück zu ihm hinauf. Der Wind wird immer stärker und Nebel ziehen umher. Von
seiner Aussichtsplattform hat man (bei besserem Wetter) lt. Beschreibung einen phantastischen Ausblick.
Wir machen einige Fotos: "Leuchtturm Hiddensee im Nebel" und finden es trotzdem sehr schön hier.
Für den Rückweg nach Kloster nehmen wir den Weg über Land. Kurz vor Kloster kommen wir zu einem
Pferdehof mit Kutschenbetrieb und weiter zu schönen reetgedeckten blauen Häusern.
Am Ortseingang zweigen wir links ab und wandern noch 1,5 km nach Grieben. Der Ort liegt an der
Boddenseite. Im Weiler Grieben kehren wir ein im Gasthaus "Enddorn".
Im schönen, urtümlichen Fischrestaurant lassen wir uns ein Fischgericht schmecken. Die Wände sind
überaus reichlich mit Bildern behangen. Gestärkt geht es zurück nach Kloster.
Danach machen wir eine Wanderung in den 2,5 km entfernten Nachbarort Vitte. Wir laufen auf dem
Boddendamm hinaus und haben schönen Rückblick auf Kloster mit seinem Hafen.
In Vitte, mit ca. 600 Einwohner der größte Ort der Insel, sehen wir das Rathaus und daneben eine alte
Windmühle ohne Flügel sowie die 200 Jahre alte "Blaue Scheune", das Wohnhaus eines Malers. Sie ist ein
beliebtes Fotomotiv in Vitte.
Zwischen Vitte und Neuendorf im Süden der Insel erstreckt sich ein Naturschutzgebiet mit niedrigem
Buschwerk und Dünenheide.
Dort findet sich auch eine der wenigen Ferienwohnungen der Insel Hiddensee.
Unser Hiddensee-Ausflug ist in Vitte beendet. Von Vitte aus fahren wir um 17.30 Uhr mit dem Schiff
"Vitte" zurück nach Schaprode auf Rügen. Vom Hafen laufen wir zum Campingplatz und zu unserem
Wohnmobil. Wir übernachten nochmals hier.
weiter am nächsten Tag mit: Schloß Libnitz, Gingst,
Insel Ummanz und Hauptstadt Bergen
|