
Reisebericht La Réunion -
Wandern im Naturparadies des Indischen Ozeans
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 Reiseberichte
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St. Gilles und der Westen
von La Réunion... |
Reiseführer La Réunion:
Cirque de Mafate - Wandern im Talkessel
ohne Straßen
der abgeschirmte Cirque ohne Strassen
im Zentrum der Insel La Réunion im indischen Ozean...
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Über den Cirque de Mafate auf La Réunion
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Der Cirque de Mafate ist etwas ganz besonderes...
Er ist nur zu Fuß zum Wandern oder per
Helikopter zu erreichen. So bildet meist eine mehrtägige Wandertour die
Krönung eines Réunion-Urlaubes. Unsere
Empfehlung: Ohne eine mindestens dreitägige Tour durch den Mafate hat man die
Insel noch nicht gesehen und nur die Hälfte erlebt! Der
vergleichsweise trockene, zerfurchte und fast unzugängliche Cirque diente im
18. Jahrhundert entflohenen Sklaven als Unterschlupf. Er wurde nach einem
legendären Sklaven benannt, der Mitte des 18. Jahrhunderts dem ebenfalls
legendären Sklavenjäger Mussard unterlegen war.
Heute wohnen
im Mafate nur etwa 800 Einwohner, die sich auf etwa 10 durch Fußwege verbundene
kleine Siedlungen verteilen. Die meisten hausen am Existenzminimum und leben als
Selbstversorger mit etwas Garten und wenig Vieh.
Dank Sonnenkollektoren und
speziellen Batterien hat man in der Regel nun Strom. Dank Hubschraubern bekommt
man einmal die Woche Besuch vom Briefträger, Lehrer und Arzt.
Einstiegspunkte zum Mafate:
Möchte man eine Wanderung im Cirque de Mafate machen, bieten
sich mehrere Einstiegspunkte an. Allen gemein ist, dass man sich in jedem Fall
vorher über den Zustand der Wege beim Maison de la Montage in
St. Denis erkundigen sollte. Übernachtungen in den Hütten zum
Wandern kann man
ebenfalls nur dort buchen!
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von Norden:
Von Dos d'Ane (knapp 1.000 m hoch) gibt es einen Pfad
hinunter in das Rivière de Galets. Von hier aus geht's langwierig weiter
hoch in den Cirque nach Grand Place oder Aurere.
durch das Rivière de Galets selbst. Hier bietet es sich
allerdings an, einen autorisierter Transportdienst zu nehmen, der einen
die ca. 10 Kilometer lange Schotterpiste in den Cirque fährt, bis La
Porte oder Les Deux Bras.
Von Sans Souci (oberhalb Le Port) aus hat man den
Vorteil fast auf gleicher Höhe den westlichen Berg entlang in den
Talkessel gehen zu können.
Allerdings ist es weit bis zu ersten Hütte und der Weg war im Oktober
2002 gesperrt (-> Maison de la Montagne!).
vom Westen:
vom Aussichtspunkt Maiido (2.277 m) aus geht ein steiler
aber gut begehbarer Weg die 1.000 Höhenmeter hinunter, man erreicht z.B.
Roche Plate (1.100m) in gut 3 Stunden.
vom Süden (Cirque de Cilaos):
über den Col du Taibit (2.083 m) gelangt man von Cilaos
nach einem steilen Aufstieg in 4-5 Stunden nach Marla im Süden des
Mafate.
vom Osten (Cirque de Salazie):
der Abstieg vom Col de Boef (1.940 m) ist wohl der
beliebteste Einstiegspunkt, da die Forststraße bis hoch führt und der
Weg nicht ganz so steil verläuft. Allerdings muss man hierzu mit dem Auto
eine lange Schlaglochpiste bis zum bewachten und kostenpflichtigen
Parkplatz bei Petit Col zurücklegen.
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über den Col de Fourche, hier kommt vorbei, wer vom
Cirque de Salazie aus loswandern möchte,
z.B. von Hellbourg über Grand Sable. Der Weg trifft den, der vom Col de
Boef aus absteigt nach einer halben Stunde.
Die 3-Tagestour auf Reunion vom Maiido - Roche
Plate -
Grand Place Cayenne - Rivière de Galets
Wir entschieden uns für eine etwas weniger bekannte
Einweg-Route, die uns am westlichen Rand entlang quer durch den halben
Cirque führte und bei der die großen Höhenunterschiede hauptsächlich
durch Abstiege überwunden werden. Wer allerdings denkt, im Mafate könnte
man "bequem" wandern, sollte umdenken.
Wer den Cirque de Mafate vom Cap Noir oder dem Maiido
aus gesehen hat, kann sich auch nur ansatzweise vorstellen, welche Berg-
und Talstrecken es hier zu bewältigen gilt. Man ist oft Luftlinie ein bis
zwei Kilometer vom Tagesziel entfernt!
Länge: 3 Tage
(3½ / 7 / 3 Stunden)
Art: Streckenwanderung
Schwierigkeit: 3/5 (lange und anstrengende
Passagen)
Gefährlichkeit: 3/5 (steile Abhänge und tw.
aussätzige Stellen)
Einstieg: wenige Kilometer unterhalb des
Aussichtspunktes am Maiido
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zu organisieren: da es sich um eine Streckenwanderung
handelt, muss im voraus organisiert werden, man zurück kommt. Da uns das
private Sammeltaxi vom Ende der Tour nur nach St. Paul bringen konnte, haben wir
beschlossen, unseren Mietwagen auf dem Parkplatz des Meerfriedhofs abzustellen
und haben uns mit einem Taxi zum Ausgangspunkt unterhalb des Maiido bringen
lassen (50-60 € das Taxi!). Die gesamte Wanderung (ausser dem Einstieg) befindet
sich auch auf der 1:25.000 Topokarte Saint-Denis - 1re édition 1992 -. Carte n° 4402 RT,
die wir für diese und andere Wanderungen im Cirque de Mafate
wärmstens empfehlen.
Vorab haben wir ebenfalls einen Abholdienst organisiert, der
uns am Ende der Wanderung bei Les Deux Bras im Rivière des Galets abholt. Da
dieses Gebiet nur für Personen mit Sonderberechtigung zugänglich ist, sollte
man sich beim Maison de la Montage eine aktuelle Telefonliste geben lassen, bzw.
eine der folgenden Nummern (Stand 10/2002) probieren:
M. Louise, Jean Claude (St. Paul) - Tel:
0262.44.16.57
M. Thiburce, Renato (Le Port) - Tel: 0262.43.70.32
M. Libel, Jean Laurent (Le Port) - Tel: 0262.74.76.24
M. Budel, Michel (La Possession) - Tel: 0692.03.13.29
Anfahrt: Auf der Bundesstraße N1 fährt man bis
St. Paul. Im
südlichen Teil des Ortes geht eine Straße in Richtung Berge ab.
Hier ist schon
der Aussichtsberg "Maiido" ausgeschildert. Man folgt der
Beschilderung, bis man nach einer guten ¼ Stunde rechts
Richtung La Petit France und Maiido auf die RF8 abbiegt.
Fährt man die Straße bis zum Ende,
gelangt man auf den großen Parkplatz am Aussichtspunkt.
Etwa 2-3 Kilometer
davor findet sich - von unten kommend - auf der bergzugewandten linken Seite ein
großes überdachtes Tableau.
Hier sind die Laufzeiten nach Roche Plate, Mala
etc. aufgeführt. Hier beginnt die Wanderung.
Die erste Tagesetappe: vom Maiido nach Roche Plate
die Wanderung: Am erwähnten Tableau nahe der Straße
zum Parkplatz des Maiido führt der gut sichtbare, weiß markierte Weg auf einem
Steinplateau entlang ca. 100 Höhenmeter leicht bergauf. Bei gutem Wetter bieten
sich schöne Ausblicke auf die flach abfallende Küstenseite. Man sieht St. Paul
und vor allem Le Port, das dann Luftlinie ca. 10-15 Kilometer vor und gut 2.000
m unter einem liegt.
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Kurz bevor man zur Kante des Talkessels Mafate kommt,
durchquert man eine kleine Bergwiese auf der frei und friedlich einige Kühe
grasen. Kurz
darauf kann man sich ein Bild davon machen, welches Abenteuer einen die
nächsten Tage erwartet. Der Ausblick an diesem Punkt steht dem am offiziellen
Aussichtspunkt in nichts nach.
Der mal staubige, mal felsige Weg führt nun die nächsten gut
2 Stunden ziemlich steil bergab. Dennoch ist der Weg nicht zu sehr beschwerlich.
Ein Stock zum Abstützen hat sich jedoch als sehr nützliches Utensil erwiesen!
Nach gut einer halben Stunde (von Beginn an) biegt rechts ein
kleiner Pfad ab, der nach ca. 50m an einem Geländer endet. Von dort hat man
einen guten Blick auf den bisher verdecken Teil des Mafate Richtung Roche Plate
und Marla.
Weiter auf dem Hauptpfad geben einem zwischendurch %-Angaben
auf Steinen Information darüber, welchen Teil des Abstieges man bisher
bewältigt hat. Man erreicht jedenfalls nach ca. 2 bis 2½
Stunden die Wegkreuzung Orangiers/Roche Plate. Bis hier hat man gut 900
Höhenmeter über sich gelassen.
An dieser markanten Kreuzung bietet sich ebenfalls
ein schöner Ausblick auf den Cirque. Inzwischen jedoch von einem deutlich
anderen Sichtwinkel!
Wir biegen nach der kurzen Rast rechts ab
nach Roche Plate. Der Weg wird anfangs durch ein Geländer gesichert, geht dann
aber in einen gemütlichen und idyllischen Wanderweg über, der in der
restlichen guten halben Stunde zum kleinen Weiler Roche Plate nur noch ca. 150
Höhenmeter verliert.
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Ein kleines Holzschild "Roche Plate" zeigt an, dass
man den Ort erreicht hat. Die Zivilisation beginnt sich zuerst durch Gärten und
dann durch Hütten bemerkbar zu machen.
Die komfortable Berghütte "L'Auberge du Bronchard"
in der wir diese Nacht verbringen durften, befindet sich knapp 100 m nach dem
Ortsschild rechts am Hang.
Leider öffnet sie erst ca. um 15.00 Uhr, so dass wir
mehrere Stunden zu früh waren und warten mussten. Kurz vor 15.00 Uhr wird die
Hütte geöffnet und wir beziehen unser schnuckeliges kleines Doppelzimmer, das
schon fast mit einem einfachen Hotel zu vergleichen ist...
Man muss sich also
entscheiden, entweder früh loszugehen, gute Sicht und gutes Wetter zu haben
oder später loszugehen und dafür gleich in die Hütte einkehren zu können...
oder...
Sidewalk zu den Trois Roches
Länge: 4-5 Stunden
Art: Hin- und Rückwanderung
Schwierigkeit: 2/5 (teilweise steile Passagen)
Gefährlichkeit: 2/5 (steile Abhänge und tw.
aussätzige Stellen)
Einstieg: von Roche Plate aus
zu beachten: nur von Roche Plate (in Mafate) machbar!
die Wanderung: Wer noch Kondition hat sollte den Wanderweg an der Hütte
vorbei weiter folgen. Man gelangt durch die zweite Hälfte des auf dem Plateau
verteilten Örtchens, der Weg steigt weiter an. Schon nach wenigen Minuten
gabelt sich der Weg. Zu den Trois Roches geht es weiter dem Kraterrand entlang,
also rechts.
Der Pfad steigt nun schnell auf knapp 1.400 m an und verläuft
nah an der Kraterwand. Nach ca. 1½ Stunden geht es wieder
steil bergab zum Ravine Chevaquine. Nach insgesamt 2 bis 2½ Stunden (von Roche
Plate) kommt man oben am Wasserfall und Picknickplatz Trois Roches an.
Allerdings sollte man vorsichtig sein, sich der glatten Abbruchkante auf dem
Basaltstein zu nähern. Hier sind schon Wanderer tödlich verunglückt!
Zurück nach Roche Plate geht's denselben
Weg, so dass man insgesamt schon 4-5 Stunden unterwegs ist. Uns war diese kleine
Tageswanderung im Anschluss an den Abstieg von über 1.100 Höhenmeter dann doch
zu viel. Das nächste Mal dann... :-)
Abends sitzen wir gemütlich mit einer dt. Wandergruppe
zusammen, tauschen unsere Eindrücke von der bisherigen Rundreise aus und
genießen unser perfektes Carry mit Huhn, Reis, Salat und Dessert, das
Standardessen auf den Hütten. Dies ist nicht abwertend gemeint.
Es schmeckt jedes Mal anders, aber immer gut!

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Die zweite Tagesetappe: Roche Plate nach Grand Place Cayenne
Weiter geht es jedenfalls am nächsten Morgen ca. 8.00 Uhr
nach einem eher dürftigen Zwieback-Frühstück von Roche Plate aus. Da beide
Wege, die über das Zentrum vom Cirque de Mafate nach Grand Place führen zu
dieser Zeit gesperrt sind, müssen wir die GR2 variante am westlichen Kraterrand
entlang 'gen Norden nehmen, zurück zur Abzweigung vom Maiido und weiter über
Ilet des Orangers, quer hinunter zum Rivière des Galets und wieder zurück und
hoch nach Grand Place Cayenne. Alles in allem gut 6 Stunden zu gehen...
Das Anfangsstück kennen wir schon.
Es geht knapp 40 Minuten gemütlich den Hang hinauf zur Abzweigung Maiido/Orangers.
Hier biegen wir rechts ab und es geht auf der anderen Seite des Bergrückens
etwas steiler bergab.
Man befindet sich nun immer mehr in kleinen Schluchten und
denkt des öfteren, dass man langsam am tiefsten Punkt angelangt ist. Doch der
Weg findet - wie das Wasser - immer wieder einen Weg weiter hinab.
Nach insgesamt ca. 1½ Stunden geht's
durch eine Schlucht und anschließend ist ein kleiner Berg zu erklimmen auf
dessen Grat sich das kleine Weiler Ilet des Orangers befindet.
Beim Aufstieg begegnet einem eine
Wegkreuzung, die links und rechts den Weg ins Dorf auszeichnet. Im Prinzip ist
es egal, welchen Weg man einschlägt, doch der linke scheint etwas
interessanter, zumal er auch an einem kleinen Kiosk im Ort (= 10 Hütten?)
vorbeiführt. Man
hat uns allerdings gewarnt, auf den Stühlen und Tischen platz zu nehmen, es
wird scheinbar eine "Sitzgebühr" erhoben.
Vielleicht kann dies mal jemand überprüfen und es uns zurückmelden... :-)
Nach dem Örtchen geht's nun richtig in die Schluchten
hinunter. Der Weg bleibt aber bequem begehbar und ist jederzeit eindeutig zu
identifizieren. Man quert mehrmals ein Revine, das kaum Wasser führt und kommt
nach ca. 2½ Stunden an eine Abzweigung.
Links geht
es den Kraterrand entlang auf etwa derselben Höhe entlang der "Canalisation"
Richtung Sans Souci. Sicher auch ein sehr schöner Weg!
(Man sieht ihn übrigens in seiner vollen Länge von Cap Noir aus.)
Doch wir halten uns rechts Richtung "Rivière des Galets"
und umlaufen in den nächsten 10 Minuten einen Bergvorsprung. Dabei geht es
weiter abwärts.
Kaum ist kann man ums "Eck" schauen, sieht man etwas
tiefer vor einem liegend das Ilet des Latiners mit einem markanten
dreiecksartigen Berg im Hintergrund.
Das Ort erreichen wir auf unserem Weg jedoch nicht. Kurz vorher biegt unser Weg
links ab um weiter Richtung Rivière des Galets an Höhe zu verlieren.
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Schon bald sieht man das steinige Flussbett des Rivière
des Galets und es beginnt auch der finale Abstieg. Es geht steiler bergab und
nach ca. 30 Minuten erreicht man den tiefsten Punkt der heutigen Etappe, ca 350
m hoch.
Vom höchsten Punkt der heutigen Etappe, der Abzweigung zum Maiido immerhin fast
1.000 Höhenmeter!
Ist man unten am Wasser führt ein rot/gelb markierter Weg
weiter dem Bachbett entlang. Dieser Weg führt raus aus dem Mafate Richtung La
Rivière des Galets an die Küste und ist nicht weiter zu verfolgen!
Wir wollen jedoch nun wieder zurück in die zerfurchte Berglandschaft und
überqueren den Bach gleich an der Stelle an der man auf ihn trifft. Nach etwas
schauen sieht man eine kleine "Steinbrücke" (im Bild im unteren
rechten Bildviertel ansatzweise zu sehen!).
Es ist nicht ganz ungefährlich, das Bächlein hier zu
überqueren. Manche der Steine sind nass und bieten keinen sicheren Stand. Im
jedem Fall hilft ein Stock, besser noch zwei Stöcke. Alternativ kann man seine
Wanderstiefel ausziehen und sich Barfuss bzw. mit Badelatschen eine kleine
Erfrischung gönnen...
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Auf der anderen Seite folgen wir dem links oberhalb des
Bachbetts hoch laufenden Weg. Er wird schnell enger und steiler. Nachdem wir nun
schon fast 1.000 Höhenmeter verloren, insgesamt über 5 Stunden unterwegs sind
und die Sonne immer noch brennend senkrecht über uns steht, trifft und der
gnadenlose Anstieg hart.
Es geht ganz schön zur Sache, zwar immer noch
"Bergwandern" und nicht "Bergsteigen", aber unter diesen
Bedingungen eben ganz schön schweißtreibend...
Wir lassen uns demnach alle Zeit der Welt für den Aufstieg
und haben nach ca. 30 Minuten das Gröbste geschafft. Nun trifft unser Weg von
unten auf einen Höhenweg.
Links geht's wieder raus aus dem Tal und rechts
geht's weiter Richtung Grand Place. Kurz darauf dasselbe nochmals. Wieder gehen
wir rechts.
Der Weg verläuft nun wieder fast eben und es ist eine Wohltat
ihn zu gehen. Vorbei an einigen rechts liegenden Hütten geht es weiter.
Einige
Minuten später sieht man auch schon Grand Place Cayenne auf einem Felsvorsprung
liegen. Der Weg folgt erst noch links dem Hang, doch bald kommt man an eine
Abzweigung mit vielen Schildern, an der es rechts zum Ort Cayenne, dem untersten
der drei Grand Place Weiler, geht.
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Die Gite "Grand Place
Cayenne" befindet sich gleich
rechts hinter dem massiven dunklen Holzhaus am Anfang des Ortes, nahe
eines ebenen Feldes, dem Hubschrauberlandplatz.
Sogar an diesem Tag sind etwas zu früh, d.h. vor 15.00
Uhr am Ziel und müssen etwas warten, bis wir unser Quartier - dieses Mal
zwei Stockbetten in einem 4-Bettzimmer - beziehen und duschen können.
Wer schon vor dem Abendessen eine Kleinigkeit kaufen
oder was warmes trinken möchte, der findet vorne auf dem Hauptweg - etwa
30 m weiter - auf der linken Seite ein Café, das auch einen kleinen Laden
beinhaltet.
Abends sitzen wir in großem Kreise zusammen, ca. 15 Personen
aus verschiedenen Ländern, hauptsächlich französisch-sprechend.
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Es gibt wieder Carry Pulet mit Reise und Linsen und als
Dessert einen Eierkuchen. Uns geht es gut, sogar die Zuckerrohrrumflasche stand
zur Selbstbedienung auf dem Tisch...
Nachts ist es wegen Schnarchgeräuschen etwas laut und wir
stehen beide nach Mitternacht nochmals auf und genießen die Stille, die klare
Luft und die Aussicht auf Berge und Mond...
Aber...
am nächsten Morgen ist alles nass, es tröpfelt leicht. Wir
lassen uns mit dem Frühstück Zeit. Es gibt Baguette mit Marmelade und Kaffee.
Die anderen sind schon alle aufgebrochen.
Die meisten wanderten an diesem Tag
unsere 7 Stunden vom Vortag, allerdings bergauf. Wir waren froh, dass uns das
bei nassen Wegen nicht bevorstand.
Kurz vor 9.00 Uhr tigern wir auch los. Zum Glück kommt von
oben kein Wasser mehr.
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Wir gehen zurück auf den Hauptweg links und am Schilderwald
dann wieder links - zurück in die Richtung aus der wir gestern gekommen sind.
Bald kommen wir wieder an den Blechhütten vorbei und folgen kurz darauf dem Weg
weiter am Berghang entlang, steigen also nicht wieder Richtung Rivière des
Galets links runter abwärts.
Der Weg schlängelt sich gemütlich am Berg entlang und geht
die ersten 20 Minuten leicht bergab.
Nun folgt ein Anstieg von einer knappen ¼-Stunde.
Hinter dem Bergrücken geht es nun weiter bergab.
Nach insgesamt ca. 70 Minuten erreicht man die schon von
weiter sichtbare Bras d'Ossay, eine Brücke über das von rechts kommende tiefe
Revine. Zum Glück müssen wir da nicht ab- und wieder aufsteigen :-)
Es folgt ein weiterer kleiner Abstieg und im folgenden gehen
kurz nacheinander zwei Wanderwege rechts ab, die mit Aurère ausgeschrieben
sind, einem weiteren Ort, der an der nördlichen Cirque-Wand auf etwa 900 m
Höhe liegt.
Jedes Mal laufen wir geradeaus weiter. Unser Weg verliert nun stetig an Höhe
und führt durch Felsen bergab. Links liegt gut sichtbar das Revine des Galets.
Nach gut 2 Stunden kommt man unten am Flussbett an. Hier
befindet sich auch ein kleines Wasserkraftwerk. Der Ort wird als Le Porte
bezeichnet. Das passt auch, wenn man zurück in den Mafate schaut, ist genau
hier die enge Pforte, durch die der Cirque schwierig zugänglich wird.
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Die letzten ca. 30 Minuten sind weniger spektakulär, einziges
Abenteuer sind die insgesamt 4 Flussquerungen über den Rivière des Galets, die
man noch vor sich hat.
Glücklicherweise befinden sich an bestimmten Stellen
"zufällig" immer
genügend Steine, so dass man keine Probleme hat, trockenen Wanderstiefels
auf die andere Seite zu kommen.
Am Hügel hinter der 4. Querung befindet sich der Abholplatz
"Les Deux Bras". Ab hier ist der Feldweg (der bei Le Port beginnt)
auch für Toyota- oder VW-Busse zu befahren, welche hier als Kleinbusse
eingesetzt werden.
Da wir (wie immer :-) etwas zu früh sind, warten wir
geduldig, bis unser Bus eintrifft. Zwischendurch werden wir Zeuge, wie andere -
in diesem Fall ein englischer Sänger? - ihre Tour in den Mafate starten.
Nach
und nach wurde er, eine Frau, ein kleiner Junge und jede Menge Verpflegung mit
einem Hubschrauber in den Talkessel geflogen. Gelandet ist der Senkrechtstarter
jeweils 20 m von unserem "Rast-" und Warteplatz... etwas windig...
Früher als erwartet fand sich unser Fahrer ein. Irgend etwas
hatte sich verändert. Wir sollten zwischendurch umsteigen. Gut. In jedem Fall
wurden wir sicher zurück zum Parkplatz der Meeresfriedhofs in St. Paul gebracht
und haben dafür für zwei Personen 20 € bezahlt...
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Den gröbsten Dreck vom Tage haben wir uns dann
jedenfalls erst mal am Strand von Boucan Canot "abgewaschen",
ehe wir unser letztes Hotel in St. Denis bezogen und uns langsam mit dem
Packen beschäftigen mussten...
Marla und La Nouvelle
Leider hatten wir nicht genügend Zeit, um auch die
oberen Plateaus des Cirque de Mafate zu besuchen. Wählt man den Einstieg
vom Cirque de Salazie, z.B.
über den Col de Boef oder vom Cirque de Cilaos (Col du Taibit), sind die
ersten Stationen der Wanderung das auf ca. 1420 m gelegene La Nouvelle
oder Marla, mit ca. 1620 m die höchstgelegene Siedlung im Cirque de
Mafate.
Beide Siedlungen haben durch den Wandertourismus
inzwischen eine Haupteinnahmequelle ausgemacht. Außen mehreren (auch
privaten) Gites gibt es z.B. in La Nouvelle auch mehrere kleine
Lebensmittelläden, ein Café, einen Bäcker und ein Restaurant.
Marla liegt direkt unterhalb des mit 2896m
dritthöchsten Berges der Insel, dem Grand Bénare und besitzt auch
mehrere Gites zum übernachten.
Wer eine Rundwanderung im südlichen Mafate plant, z.B.
Marla - La Nouvelle - Roche Plate - Marla, sollte sich im voraus auf jeden
Fall beim Maison de la Monatage informieren, ob die Wegstücke nicht gesperrt
sind. Im Oktober 2002 war zumindest der direkte Weg von La Nouvelle nach
Roche Plate und auch nach Grand Place nicht zugänglich...
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