französische Flagge von La Réunion

Reisebericht La Réunion -
Wandern im Naturparadies des Indischen Ozeans
 

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St. Gilles und der Westen von La Réunion

 
Reiseführer La Réunion:

Cirque de Mafate -
Wandern im Talkessel ohne Straßen


der abgeschirmte Cirque ohne Strassen im Zentrum der Insel La Réunion im indischen Ozean...
 

Landkarte vom Cirque de Mafate auf La Reunion

Über den Cirque de Mafate auf La Réunion


Der Cirque de Mafate ist etwas ganz besonderes...

Er ist nur zu Fuß zum Wandern oder per Helikopter zu erreichen. So bildet meist eine mehrtägige Wandertour die Krönung eines Réunion-Urlaubes.

Unsere Empfehlung: Ohne eine mindestens dreitägige Tour durch den Mafate hat man die Insel noch nicht gesehen und nur die Hälfte erlebt!

Der vergleichsweise trockene, zerfurchte und fast unzugängliche Cirque diente im 18. Jahrhundert entflohenen Sklaven als Unterschlupf. Er wurde nach einem legendären Sklaven benannt, der Mitte des 18. Jahrhunderts dem ebenfalls legendären Sklavenjäger Mussard unterlegen war.
 

Rother Wanderführer La Réunion

Rother Wanderführer La Réunion

Heute wohnen im Mafate nur etwa 800 Einwohner, die sich auf etwa 10 durch Fußwege verbundene kleine Siedlungen verteilen. Die meisten hausen am Existenzminimum und leben als Selbstversorger mit etwas Garten und wenig Vieh.

Dank Sonnenkollektoren und speziellen Batterien hat man in der Regel nun Strom. Dank Hubschraubern bekommt man einmal die Woche Besuch vom Briefträger, Lehrer und Arzt.

Einstiegspunkte zum Mafate:

Möchte man eine Wanderung im Cirque de Mafate machen, bieten sich mehrere Einstiegspunkte an. Allen gemein ist, dass man sich in jedem Fall vorher über den Zustand der Wege beim Maison de la Montage in St. Denis erkundigen sollte. Übernachtungen in den Hütten zum Wandern kann man ebenfalls nur dort buchen!
 

von Norden:

Von Dos d'Ane (knapp 1.000 m hoch) gibt es einen Pfad hinunter in das Rivière de Galets. Von hier aus geht's langwierig weiter hoch in den Cirque nach Grand Place oder Aurere. 

durch das Rivière de Galets selbst. Hier bietet es sich allerdings an, einen autorisierter Transportdienst zu nehmen, der einen die ca. 10 Kilometer lange Schotterpiste in den Cirque fährt, bis La Porte oder Les Deux Bras.

Von Sans Souci (oberhalb Le Port) aus hat man den Vorteil fast auf gleicher Höhe den westlichen Berg entlang in den Talkessel gehen zu können.
Allerdings ist es weit bis zu ersten Hütte und der Weg war im Oktober 2002 gesperrt (-> Maison de la Montagne!).Aussicht auf den Cirque de Mafate vom Maiido aus, Réunion

vom Westen:

vom Aussichtspunkt Maiido (2.277 m) aus geht ein steiler aber gut begehbarer Weg die 1.000 Höhenmeter hinunter, man erreicht z.B. Roche Plate (1.100m) in gut 3 Stunden.

vom Süden (Cirque de Cilaos):

über den Col du Taibit (2.083 m) gelangt man von Cilaos nach einem steilen Aufstieg in 4-5 Stunden nach Marla im Süden des Mafate.

vom Osten (Cirque de Salazie):

der Abstieg vom Col de Boef (1.940 m) ist wohl der beliebteste Einstiegspunkt, da die Forststraße bis hoch führt und der Weg nicht ganz so steil verläuft. Allerdings muss man hierzu mit dem Auto eine lange Schlaglochpiste bis zum bewachten und kostenpflichtigen Parkplatz bei Petit Col zurücklegen.

über den Col de Fourche, hier kommt vorbei, wer vom Cirque de Salazie aus loswandern möchte,
z.B. von Hellbourg über Grand Sable. Der Weg trifft den, der vom Col de Boef aus absteigt nach einer halben Stunde.
 

Die 3-Tagestour auf Reunion vom Maiido - Roche Plate -
Grand Place Cayenne - Rivière de Galets

Wir entschieden uns für eine etwas weniger bekannte Einweg-Route, die uns am westlichen Rand entlang quer durch den halben Cirque führte und bei der die großen Höhenunterschiede hauptsächlich durch Abstiege überwunden werden. Wer allerdings denkt, im Mafate könnte man "bequem" wandern, sollte umdenken.

Wer den Cirque de Mafate vom Cap Noir oder dem Maiido aus gesehen hat, kann sich auch nur ansatzweise vorstellen, welche Berg- und Talstrecken es hier zu bewältigen gilt. Man ist oft Luftlinie ein bis zwei Kilometer vom Tagesziel entfernt!

Länge: 3 Tage
(3½ / 7 / 3 Stunden)

Art: Streckenwanderung

Schwierigkeit: 3/5 (lange und anstrengende Passagen)

Gefährlichkeit: 3/5 (steile Abhänge und tw. aussätzige Stellen)

Einstieg: wenige Kilometer unterhalb des Aussichtspunktes am Maiido

zu organisieren: da es sich um eine Streckenwanderung handelt, muss im voraus organisiert werden, man zurück kommt. Da uns das private Sammeltaxi vom Ende der Tour nur nach St. Paul bringen konnte, haben wir beschlossen, unseren Mietwagen auf dem Parkplatz des Meerfriedhofs abzustellen und haben uns mit einem Taxi zum Ausgangspunkt unterhalb des Maiido bringen lassen (50-60 € das Taxi!).
Die gesamte Wanderung (ausser dem Einstieg) befindet sich auch auf der 1:25.000 Topokarte Saint-Denis - 1re édition 1992 -. Carte n° 4402 RT, die wir für diese und andere Wanderungen im Cirque de Mafate wärmstens empfehlen.

Vorab haben wir ebenfalls einen Abholdienst organisiert, der uns am Ende der Wanderung bei Les Deux Bras im Rivière des Galets abholt. Da dieses Gebiet nur für Personen mit Sonderberechtigung zugänglich ist, sollte man sich beim Maison de la Montage eine aktuelle Telefonliste geben lassen, bzw. eine der folgenden Nummern (Stand 10/2002) probieren:

M. Louise, Jean Claude (St. Paul)  -  Tel:  0262.44.16.57
M. Thiburce, Renato (Le Port)  -  Tel: 0262.43.70.32
M. Libel, Jean Laurent (Le Port)  -  Tel: 0262.74.76.24
M. Budel, Michel (La Possession)  -  der Ausblick von der Abbruchkante zum Mafate, RéunionTel: 0692.03.13.29

 Anfahrt: Auf der Bundesstraße N1 fährt man bis St. Paul. Im südlichen Teil des Ortes geht eine Straße in Richtung Berge ab.

Hier ist schon der Aussichtsberg "Maiido" ausgeschildert. Man folgt der Beschilderung, bis man nach einer guten ¼ Stunde rechts Richtung La Petit France und Maiido auf die RF8 abbiegt.

Fährt man die Straße bis zum Ende, gelangt man auf den großen Parkplatz am Aussichtspunkt.

Etwa 2-3 Kilometer davor findet sich - von unten kommend - auf der bergzugewandten linken Seite ein großes überdachtes Tableau.

Hier sind die Laufzeiten nach Roche Plate, Mala etc. aufgeführt. Hier beginnt die Wanderung.

 

Die erste Tagesetappe: vom Maiido nach Roche Plate

die Wanderung: Am erwähnten Tableau nahe der Straße zum Parkplatz des Maiido führt der gut sichtbare, weiß markierte Weg auf einem Steinplateau entlang ca. 100 Höhenmeter leicht bergauf. Bei gutem Wetter bieten sich schöne Ausblicke auf die flach abfallende Küstenseite. Man sieht St. Paul und vor allem Le Port, das dann Luftlinie ca. 10-15 Kilometer vor und gut 2.000 m unter einem liegt.

Kurz bevor man zur Kante des Talkessels Mafate kommt, durchquert man eine kleine Bergwiese auf der frei und friedlich einige Kühe grasen. Kurz darauf kann man sich ein Bild davon machen, welches Abenteuer einen die nächsten Tage erwartet. Der Ausblick an diesem Punkt steht dem am offiziellen Aussichtspunkt in nichts nach.

Der mal staubige, mal felsige Weg führt nun die nächsten gut 2 Stunden ziemlich steil bergab. Dennoch ist der Weg nicht zu sehr beschwerlich. Ein Stock zum Abstützen hat sich jedoch als sehr nützliches Utensil erwiesen!

Nach gut einer halben Stunde (von Beginn an) biegt rechts ein kleiner Pfad ab, der nach ca. 50m an einem Geländer endet. Von dort hat man einen guten Blick auf den bisher verdecken Teil des Mafate Richtung Roche Plate und Marla.

Weiter auf dem Hauptpfad geben einem zwischendurch %-Angaben auf Steinen Information darüber, welchen Teil des Abstieges man bisher bewältigt hat. Man erreicht jedenfalls nach ca. 2 bis 2½ Stunden die Wegkreuzung Orangiers/Roche Plate. Bis hier hat man gut 900 Höhenmeter über sich gelassen.
An dieser markanten Kreuzung bietet sich ebenfalls ein schöner Ausblick auf den Cirque. Inzwischen jedoch von einem deutlich anderen Sichtwinkel!

Wir biegen nach der kurzen Rast rechts ab nach Roche Plate. Der Weg wird anfangs durch ein Geländer gesichert, geht dann aber in einen gemütlichen und idyllischen Wanderweg über, der in der restlichen guten halben Stunde zum kleinen Weiler Roche Plate nur noch ca. 150 Höhenmeter verliert.
 

Ein kleines Holzschild "Roche Plate" zeigt an, dass man den Ort erreicht hat. Die Zivilisation beginnt sich zuerst durch Gärten und dann durch Hütten bemerkbar zu machen.

Die komfortable Berghütte "L'Auberge du Bronchard" in der wir diese Nacht verbringen durften, befindet sich knapp 100 m nach dem Ortsschild rechts am Hang.

 Leider öffnet sie erst ca. um 15.00 Uhr, so dass wir mehrere Stunden zu früh waren und warten mussten. Kurz vor 15.00 Uhr wird die Hütte geöffnet und wir beziehen unser schnuckeliges kleines Doppelzimmer, das schon fast mit einem einfachen Hotel zu vergleichen ist...

Man muss sich also entscheiden, entweder früh loszugehen, gute Sicht und gutes Wetter zu haben oder später loszugehen und dafür gleich in die Hütte einkehren zu können...

oder...

Sidewalk zu den Trois Roches

Länge: 4-5 Stunden

Art: Hin- und Rückwanderung

Schwierigkeit: 2/5 (teilweise steile Passagen)auf dem Abstieg zum Ilet des Orangers, Mafate, Réunion

Gefährlichkeit: 2/5 (steile Abhänge und tw. aussätzige Stellen)

Einstieg: von Roche Plate aus

zu beachten: nur von Roche Plate (in Mafate) machbar!

die Wanderung: Wer noch Kondition hat sollte den Wanderweg an der Hütte vorbei weiter folgen. Man gelangt durch die zweite Hälfte des auf dem Plateau verteilten Örtchens, der Weg steigt weiter an. Schon nach wenigen Minuten gabelt sich der Weg. Zu den Trois Roches geht es weiter dem Kraterrand entlang, also rechts.

Der Pfad steigt nun schnell auf knapp 1.400 m an und verläuft nah an der Kraterwand. Nach ca. 1½ Stunden geht es wieder steil bergab zum Ravine Chevaquine. Nach insgesamt 2 bis 2½ Stunden (von Roche Plate) kommt man oben am Wasserfall und Picknickplatz Trois Roches an.

Allerdings sollte man vorsichtig sein, sich der glatten Abbruchkante auf dem Basaltstein zu nähern. Hier sind schon Wanderer tödlich verunglückt!

Zurück nach Roche Plate geht's denselben Weg, so dass man insgesamt schon 4-5 Stunden unterwegs ist. Uns war diese kleine Tageswanderung im Anschluss an den Abstieg von über 1.100 Höhenmeter dann doch zu viel. Das nächste Mal dann... :-)

Abends sitzen wir gemütlich mit einer dt. Wandergruppe zusammen, tauschen unsere Eindrücke von der bisherigen Rundreise aus und genießen unser perfektes Carry mit Huhn, Reis, Salat und Dessert, das Standardessen auf den Hütten. Dies ist nicht abwertend gemeint.
Es schmeckt jedes Mal anders, aber immer gut!

 

Die zweite Tagesetappe: Roche Plate nach Grand Place Cayenne

Weiter geht es jedenfalls am nächsten Morgen ca. 8.00 Uhr nach einem eher dürftigen Zwieback-Frühstück von Roche Plate aus. Da beide Wege, die über das Zentrum vom Cirque de Mafate nach Grand Place führen zu dieser Zeit gesperrt sind, müssen wir die GR2 variante am westlichen Kraterrand entlang 'gen Norden nehmen, zurück zur Abzweigung vom Maiido und weiter über Ilet des Orangers, quer hinunter zum Rivière des Galets und wieder zurück und hoch nach Grand Place Cayenne. Alles in allem gut 6 Stunden zu gehen...

Das Anfangsstück kennen wir schon.in der Schlucht vor dem Ilet des Orangers, Mafate, Réunion Es geht knapp 40 Minuten gemütlich den Hang hinauf zur Abzweigung Maiido/Orangers. Hier biegen wir rechts ab und es geht auf der anderen Seite des Bergrückens etwas steiler bergab.

Man befindet sich nun immer mehr in kleinen Schluchten und denkt des öfteren, dass man langsam am tiefsten Punkt angelangt ist. Doch der Weg findet - wie das Wasser - immer wieder einen Weg weiter hinab.

Nach insgesamt ca. 1½ Stunden geht's durch eine Schlucht und anschließend ist ein kleiner Berg zu erklimmen auf dessen Grat sich das kleine Weiler Ilet des Orangers befindet.

Beim Aufstieg begegnet einem eine Wegkreuzung, die links und rechts den Weg ins Dorf auszeichnet. Im Prinzip ist es egal, welchen Weg man einschlägt, doch der linke scheint etwas interessanter, zumal er auch an einem kleinen Kiosk im Ort (= 10 Hütten?) vorbeiführt. Blick auf Ilet des Latiniers, Mafate, RéunionMan hat uns allerdings gewarnt, auf den Stühlen und Tischen platz zu nehmen, es wird scheinbar eine "Sitzgebühr" erhoben.

Vielleicht kann dies mal jemand überprüfen und es uns zurückmelden... :-)

Nach dem Örtchen geht's nun richtig in die Schluchten hinunter. Der Weg bleibt aber bequem begehbar und ist jederzeit eindeutig zu identifizieren. Man quert mehrmals ein Revine, das kaum Wasser führt und kommt nach ca. 2½ Stunden an eine Abzweigung.

Links geht es den Kraterrand entlang auf etwa derselben Höhe entlang der "Canalisation" Richtung Sans Souci. Sicher auch ein sehr schöner Weg!
(Man sieht ihn übrigens in seiner vollen Länge von Cap Noir aus.)

 Doch wir halten uns rechts Richtung "Rivière des Galets" und umlaufen in den nächsten 10 Minuten einen Bergvorsprung. Dabei geht es weiter abwärts.

Kaum ist kann man ums "Eck" schauen, sieht man etwas tiefer vor einem liegend das Ilet des Latiners mit einem markanten dreiecksartigen Berg im Hintergrund.

Das Ort erreichen wir auf unserem Weg jedoch nicht. Kurz vorher biegt unser Weg links ab um weiter Richtung Rivière des Galets an Höhe zu verlieren.

 

 Schon bald sieht man das steinige Flussbett des Rivière des Galets und es beginnt auch der finale Abstieg. Es geht steiler bergab und nach ca. 30 Minuten erreicht man den tiefsten Punkt der heutigen Etappe, ca 350 m hoch.
Vom höchsten Punkt der heutigen Etappe, der Abzweigung zum Maiido immerhin fast 1.000 Höhenmeter!

Ist man unten am Wasser führt ein rot/gelb markierter Weg weiter dem Bachbett entlang. Dieser Weg führt raus aus dem Mafate Richtung La Rivière des Galets an die Küste und ist nicht weiter zu verfolgen!

Wir wollen jedoch nun wieder zurück in die zerfurchte Berglandschaft und überqueren den Bach gleich an der Stelle an der man auf ihn trifft. Nach etwas schauen sieht man eine kleine "Steinbrücke" (im Bild im unteren rechten Bildviertel ansatzweise zu sehen!).

Es ist nicht ganz ungefährlich, das Bächlein hier zu überqueren. Manche der Steine sind nass und bieten keinen sicheren Stand. Im jedem Fall hilft ein Stock, besser noch zwei Stöcke. Alternativ kann man seine Wanderstiefel ausziehen und sich Barfuss bzw. mit Badelatschen eine kleine Erfrischung gönnen...
 

Auf der anderen Seite folgen wir dem links oberhalb des Bachbetts hoch laufenden Weg. Er wird schnell enger und steiler. Nachdem wir nun schon fast 1.000 Höhenmeter verloren, insgesamt über 5 Stunden unterwegs sind und die Sonne immer noch brennend senkrecht über uns steht, trifft und der gnadenlose Anstieg hart.

Es geht ganz schön zur Sache, zwar immer noch "Bergwandern" und nicht "Bergsteigen", aber unter diesen Bedingungen eben ganz schön schweißtreibend...

Wir lassen uns demnach alle Zeit der Welt für den Aufstieg und haben nach ca. 30 Minuten das Gröbste geschafft. Nun trifft unser Weg von unten auf einen Höhenweg.

Links geht's wieder raus aus dem Tal und rechts geht's weiter Richtung Grand Place. Kurz darauf dasselbe nochmals. Wieder gehen wir rechts.

Der Weg verläuft nun wieder fast eben und es ist eine Wohltat ihn zu gehen. Vorbei an einigen rechts liegenden Hütten geht es weiter.

Einige Minuten später sieht man auch schon Grand Place Cayenne auf einem Felsvorsprung liegen. Der Weg folgt erst noch links dem Hang, doch bald kommt man an eine Abzweigung mit vielen Schildern, an der es rechts zum Ort Cayenne, dem untersten der drei Grand Place Weiler, geht.
 

    Die Gite die aufgehende Mond über den Bergen des Mafate, Réunion "Grand Place Cayenne" befindet sich gleich rechts hinter dem massiven dunklen Holzhaus am Anfang des Ortes, nahe eines ebenen Feldes, dem Hubschrauberlandplatz.

Sogar an diesem Tag sind etwas zu früh, d.h. vor 15.00 Uhr am Ziel und müssen etwas warten, bis wir unser Quartier - dieses Mal zwei Stockbetten in einem 4-Bettzimmer - beziehen und duschen können.

Wer schon vor dem Abendessen eine Kleinigkeit kaufen oder was warmes trinken möchte, der findet vorne auf dem Hauptweg - etwa 30 m weiter - auf der linken Seite ein Café, das auch einen kleinen Laden beinhaltet.

Abends sitzen wir in großem Kreise zusammen, ca. 15 Personen aus verschiedenen Ländern, hauptsächlich französisch-sprechend.
 

Es gibt wieder Carry Pulet mit Reise und Linsen und als Dessert einen Eierkuchen. Uns geht es gut, sogar die Zuckerrohrrumflasche stand zur Selbstbedienung auf dem Tisch...der erste kleine Anstieg am dritten Tag im Mafate, Réunion

Nachts ist es wegen Schnarchgeräuschen etwas laut und wir stehen beide nach Mitternacht nochmals auf und genießen die Stille, die klare Luft und die Aussicht auf Berge und Mond...

Aber...

am nächsten Morgen ist alles nass, es tröpfelt leicht. Wir lassen uns mit dem Frühstück Zeit. Es gibt Baguette mit Marmelade und Kaffee. Die anderen sind schon alle aufgebrochen.

Die meisten wanderten an diesem Tag unsere 7 Stunden vom Vortag, allerdings bergauf. Wir waren froh, dass uns das bei nassen Wegen nicht bevorstand.

Kurz vor 9.00 Uhr tigern wir auch los. Zum Glück kommt von oben kein Wasser mehr.
 

Wir gehen zurück auf den Hauptweg links und am Schilderwald dann wieder links - zurück in die Richtung aus der wir gestern gekommen sind. Bald kommen wir wieder an den Blechhütten vorbei und folgen kurz darauf dem Weg weiter am Berghang entlang, steigen also nicht wieder Richtung Rivière des Galets links runter abwärts.eine kleine aussetzige Stelle auf dem letzten Wegstück im Mafate, Réunion

Der Weg schlängelt sich gemütlich am Berg entlang und geht die ersten 20 Minuten leicht bergab.

Nun folgt ein Anstieg von einer knappen ¼-Stunde. Hinter dem Bergrücken geht es nun weiter bergab.

Nach insgesamt ca. 70 Minuten erreicht man die schon von weiter sichtbare Bras d'Ossay, eine Brücke über das von rechts kommende tiefe Revine. Zum Glück müssen wir da nicht ab- und wieder aufsteigen :-)

Es folgt ein weiterer kleiner Abstieg und im folgenden gehen kurz nacheinander zwei Wanderwege rechts ab, die mit Aurère ausgeschrieben sind, einem weiteren Ort, der an der nördlichen Cirque-Wand auf etwa 900 m Höhe liegt.
Jedes Mal laufen wir geradeaus weiter. Unser Weg verliert nun stetig an Höhe und führt durch Felsen bergab. Links liegt gut sichtbar das Revine des Galets.

Nach gut 2 Stunden kommt man unten am Flussbett an. Hier befindet sich auch ein kleines Wasserkraftwerk. Der Ort wird als Le Porte bezeichnet. Das passt auch, wenn man zurück in den Mafate schaut, ist genau hier die enge Pforte, durch die der Cirque schwierig zugänglich wird.
 

Die letzten ca. 30 Minuten sind weniger spektakulär, einziges Abenteuer sind die insgesamt 4 Flussquerungen über den Rivière des Galets, die man noch vor sich hat.

Glücklicherweise befinden sich an bestimmten Stellen "zufällig" Steine durch das Rivière des Galets, Mafate, Réunionimmer genügend Steine, so dass man keine Probleme hat, trockenen Wanderstiefels auf die andere Seite zu kommen.

 Am Hügel hinter der 4. Querung befindet sich der Abholplatz "Les Deux Bras". Ab hier ist der Feldweg (der bei Le Port beginnt) auch für Toyota- oder VW-Busse zu befahren, welche hier als Kleinbusse eingesetzt werden.

Da wir (wie immer :-) etwas zu früh sind, warten wir geduldig, bis unser Bus eintrifft. Zwischendurch werden wir Zeuge, wie andere - in diesem Fall ein englischer Sänger? - ihre Tour in den Mafate starten.

Nach und nach wurde er, eine Frau, ein kleiner Junge und jede Menge Verpflegung mit einem Hubschrauber in den Talkessel geflogen. Gelandet ist der Senkrechtstarter jeweils 20 m von unserem "Rast-" und Warteplatz... etwas windig...

Früher als erwartet fand sich unser Fahrer ein. Irgend etwas hatte sich verändert. Wir sollten zwischendurch umsteigen. Gut. In jedem Fall wurden wir sicher zurück zum Parkplatz der Meeresfriedhofs in St. Paul gebracht und haben dafür für zwei Personen 20 € bezahlt...

Den gröbsten Dreck vom Tage haben wir uns dann jedenfalls erst mal am Strand von Boucan Canot "abgewaschen", ehe wir unser letztes Hotel in St. Denis bezogen und uns langsam mit dem Packen beschäftigen mussten...
 

Marla und La Nouvelle

Leider hatten wir nicht genügend Zeit, um auch die oberen Plateaus des Cirque de Mafate zu besuchen. Wählt man den Einstieg vom Cirque de Salazie, z.B. über den Col de Boef oder vom Cirque de Cilaos (Col du Taibit), sind die ersten Stationen der Wanderung das auf ca. 1420 m gelegene La Nouvelle oder Marla, mit ca. 1620 m die höchstgelegene Siedlung im Cirque de Mafate.

Beide Siedlungen haben durch den Wandertourismus inzwischen eine Haupteinnahmequelle ausgemacht. Außen mehreren (auch privaten) Gites gibt es z.B. in La Nouvelle auch mehrere kleine Lebensmittelläden, ein Café, einen Bäcker und ein Restaurant.

Marla liegt direkt unterhalb des mit 2896m dritthöchsten Berges der Insel, dem Grand Bénare und besitzt auch mehrere Gites zum übernachten.

Wer eine Rundwanderung im südlichen Mafate plant, z.B. Marla - La Nouvelle - Roche Plate - Marla, sollte sich im voraus auf jeden Fall beim Maison de la Monatage informieren, ob die Wegstücke nicht gesperrt sind. Im Oktober 2002 war zumindest der direkte Weg von La Nouvelle nach Roche Plate und auch nach Grand Place nicht zugänglich...

 

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