|
Ab heute wird es richtig anstrengend,
denn wir bewegen uns die nächsten drei Tage über 5.000 m. Um 6.30
Uhr geht es los in Richtung Gorak Shep auf 5.170 m, dem höchsten
Übernachtungspunkt vor dem Everest Basecamp und dem Aussichtsberg
Kala Patar.
Erst ist es neblig, dann fängt es auch noch
an zu schneien und es weht ein eisiger Wind. Zum Glück hört der
Schnee bald wieder auf und wir haben strahlend blauen Himmel in
Gorak Shep. Hier gibt es nur noch zwei Lodges, die direkt am Khumbu
Gletscher gelegen sind. Die Umgebung ist karg und steinig.
|
 Blick
auf Gorak Shep und den Khumbu Gletscher, Everest-Region,
Nepal
|
 Nepal
- Wo Shiva auf Buddha trifft einzigartiger Bildband mit eindrucksvollen Fotos sowie inspirierenden Texten und
Zitaten von Dieter Glogowski
|
Wir frühstücken in unserer Lodge, dem
Kalapather Guest House, lassen die schweren Tourenrucksäcke dort
und machen uns mit leichtem Gepäck und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor
auf den Weg zum Everest Basecamp. Das Laufen fällt immer schwerer
und man wird deutlich kurzatmiger.

Viel trinken ist wichtig, langsam laufen
und ausreichend Pausen machen. Der Weg zum EBC (Everest Basecamp)
ist anstrengend. Zum Teil müssen wir über Felsen klettern und durch
das lose Geröll des Gletschers. Kleine Steinpyramiden weisen den
Weg durch's Eis, damit niemand versehentlich in eine Gletscherspalte
gerät. Ich vertraue darauf, dass sich mein Guide hier auskennt!
|
|
 Stein-
und Eisformationen im Khumbu-Gletscher, Everest-Region,
Nepal
|
Nach 2 1/2 Stunden Plackerei ist es
endlich so weit, jetzt kann ich sagen "ich war da!". Allerdings
hatte ich mir das Everest Basecamp irgendwie eindrucksvoller vorgestellt.
Eigentlich ist es nur eine steinige große Fläche, von der aus man
zwar den Khumbu Gletscher sieht, aber nicht den Mount Everest.
 Everest
Basecamp, Everest-Region, Nepal
An einer Stelle sehen wir die Überreste
eines Hubschraubers, der bei einem Rettungsversuch an den
extremen Luft- und Witterungsbedingungen gescheitert und abgestürzt
ist.
Das für mich einzig lohnenswerte, das einen Besuch
des Everest Basecamps rechtfertig, sind die eindrucksvollen Eisspitzen
des Khumbu Gletschers. Wer eins der vielen Bücher der Everest-Besteigungen
gelesen hat, wird bei dem Anblick daran erinnert, dass sich diese
Eiskegel im weiteren Verlauf der Besteigung haushoch auftürmen und
das erste große Risiko der Gipfelexpedition darstellen. Ich kann
es mir sehr gut vorstellen.
|
 Khumbu
Gletscher beim Everest Basecamp, Everest-Region, Nepal
|
 Trekking
Nepal - CD-ROM CD-ROM mit 37
Trekking-Touren und vielen Informationen
zu Land und Leuten, ab Windows 95
|
So langsam zieht wieder der beißende,
eiskalte Wind das Tal hinauf und ich merke, dass ich Kopfschmerzen bekomme.
Die Höhe macht sich doch bemerkbar. Also begeben wir uns auf den
Rückweg zur Lodge. Da ich jetzt nicht nur einen totalen Brummschädel
habe, sondern mir auch leicht übel ist, krabbel ich erstmal in meinen
Schlafsack und versuche etwas zu schlafen. Leider mit wenig Erfolg.
Mein Guide macht sich so langsam Sorgen um mich.
Später schaffe ich es dann wenigstens noch,
einen großen Teller Reis zu essen, viel zu trinken und mich
noch ein Stündchen zu den anderen an den Ofen zu setzen. Ich hoffe
auf Besserung über Nacht, denn mogen früh wollen wir auf den Aussichtsberg
Kala Patar, von dem man angeblich die beste Sicht auf den Mount Everest hat.
und hier geht's zum elften
Tag, der Besteigung des Aussichtsberges Kala Patar und zurück nach
Dzonglha beim Cho La Pass...
|