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Wir laufen durch das steinige Flusstal oder auf
kleinen Trampelpfaden am Rand entlang, wobei kleine Hindernisse wie
ein Erdrutsch immer mal wieder das Fortkommen erschweren und zunächst
die Suche nach einem gangbaren Weg beginnt

Die vielen kleinen oder größeren Brücken lassen erahnen,
dass es in diesem Tal nicht immer so karg und trocken ist wie im Frühjahr
(wir waren hier Ende Februar 2003).

Lange Hängebrücken überspannen das Flusstal und werden
von Mensch und Tier genutzt. Es kostet uns Menschen schon ein bißchen
Überwindung, diese schwankenden Brücken mit ihrem durchsichtigen Boden
aus Metallverstrebungen zu betreten - wie mag es da einem Maultier,
Pferd oder Yak gehen?
Aber zum Glück wurden in den meisten Gegenden
die klapprigen und morschen Holzkonstruktionen durch stabile Metallbrücken
ersetzt. Ein bißchen Nervenkitzel bleibt, besonders wenn einem auf der
Mitte der Brücke eine Yak-Karawane entgegen kommt ;-)

Uns wird sehr schnell bewusst, dass in dieser unwegsamen
Region "Straße" und "Auto" Fremdwörter sind. Lasten
werden auf dem Rücken von Menschen oder Tieren transportiert, hauptsächlich
durch drahtige Bergponies oder Maultiere, manchmal auch eine Kreuzung
von Yak und Kuh. Echte Yaks sieht man in dieser Gegen praktisch gar
nicht. Sie sind zu schwer zu zähmen.

Nachfolgend ein Foto unseres Trägers Jagat, damals 23 Jahre
alt, der mit seiner guten Laune immer viel zur Stimmung in der Gruppe
beigetragen hat. Da er ein bißchen Englisch konnte, haben wir auch die
eine oder andere Unterhaltung hinbekommen. Und wenn Jagat mit Englisch
nicht mehr weiterkam, hat er uns Nepali beigebracht ;-)
Unsere kleine Reisegruppe von Hauser Exkursionen bestand
aus Rolf und mir (1.v.l., 4.v.l.), Veronika und Udo (2.v.l., ganz rechts)
und Ingrid (3.v.l.). Reiseleiter war Mukunda, ein Nepalese, der ganz
passabel Deutsch gesprochen hat (2.v.r.).

In Kagbeni in unserer gemütlichen Lodge angekommen
bewundern wir erstmal die aufgeräumte, saubere Küche. Hier werden Köstlichkeiten
gezaubert von Pizza über diverse Nudel- und Reisgerichte, Kartoffeln
in allen Variationen und Suppen bis zum Abwinken. Das Essen war immer
sehr lecker und kreativ (es ist spannend, wie zum Beispiel "Lasagne"
von einem nepalesischen Koch interpretiert wird!) und während der ganzen Tour gab es keine Ausfälle
bedingt durch Magenprobleme. Wobei wir auch peinlich darauf geachtet
haben, nur abgekochtes Wasser zu verwenden - selbst beim Zähne putzen.

Bevor es Abendessen gibt, machen wir noch einen Spaziergang
durch den Ort. Obwohl es in diesen Höhenlagen bereits recht kalt ist,
spielt sich viel Leben draußen ab - wie diese Frau, die ihren Webstuhl
vor dem Haus stehen hat und versucht, ihre farbenfrohen Teppiche an
die durchziehenden Touristen zu verkaufen (aber was macht man mit einem
Teppich zu Beginn der Trekking-Tour, wenn man NICHT mehr durch diesen
Ort kommt?).

Man hat das Gefühl, dass in diesem Land die Zeit stehen
geblieben ist. Webstühle, eine alte Mühle am Bach, in der eine alte
Frau Mehl mahlt...
So langsam wissen wir die Errungenschaften der
Technik zu schätzen und begreifen, wie gut es uns eigentlich geht. Zu
gut? Geht es nicht in vielen Fällen auch einfacher? Sind wir Sklave
der Technik? Diese Fragen tauchen im Lauf der Tour immer mal wieder auf!

Wahrzeichen von Kagbeni sind die trutzigen kleinen
Steinhäuser, die zum Schutz gegen den ständig wehenden Wind relativ
flach gehalten sind und in der Regel einen windgeschützten Innenhof
haben, in dem sich das Leben abspielt. Einen Besuch wert ist das zugige,
jahrhundertalte Kloster (das rote Gebäude im Hintergrund), in dem heute
noch etwa 20 Mönche leben. Ein alter Mönch zeigt uns gegen eine kleine
Spende für das Kloster bereitwillig die Räumlichkeiten und uralte Gebetsbücher,
die auf Pergamentpapier handgeschrieben sind. Kleine Kostbarkeiten,
die hoffentlich der Witterung trotzen und der Nachwelt noch lange erhalten
bleiben!
Zum Abschluss haben wir noch die Gelegenheit, einer buddhistischen
Zeremonie in einem Privathaus beizuwohnen. Wir sitzen im Schneidersitz
auf einer Seite des Raumes, bekommen den klassischen nepalesischen Milk-Tea
(schwarzer Tee mit Milch und Zucker) serviert und lauschen dem faszinierenden
Klang von Gesängen, gesprochenen Gebeten und Gongs (alles überlagert
sich, jeder in seinem eigenen Rhythmus),
die uns in eine andere Welt und Zeit entführen. Und wieder sind wir
beeindruckt von der Offenheit und Herzlichkeit dieser Menschen!

Kagbeni ist gleichzeitig der nördlichste noch frei
begehbare Teil des Mustang Distriktes. Von hier kann man einen Blick
in das weite Mustang-Tal in Richtung Tibet werfen, darf aber nur mit
Sondergenehmigung weiter ziehen.
und hier geht's weiter zum
2. Tag, der
von Kagbeni nach Muktinath führt...

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