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Diese Etappe innerhalb von Libyen ist 600 Kilometer lang und kann in drei Tagen
bewältigt werden. Der Einstieg in die sogenannte Dünenstrecke
ist Wellblechpiste, die sich zügig befahren lässt. Langsamer
hält das Gerüttel ohnehin keiner aus. Die Tour führt an mehreren
Chots (Salzseen) vorbei. Man sollte sich hier am Rand halten,
um nicht Tage damit verbringen zu müssen, das eingegrabene Fahrzeug
wieder freizulegen.
Die Piste ist im ersten Teil sehr abwechslungsreich,
immer wieder sandige Passagen, dann Staubschicht, dann steinige
Hügellandschaften. Jede Anhöhe eröffnet den Blick auf neue Szenen
und Naturschauspiele. Wir sehen eine Dorfruine auf einem Felsen.
Vor Begeisterung schlage ich mir die Fahrertür auf den Zeigefinger.
Mit Türen habe ich es in diesem Urlaub irgendwie nicht. Durch
den Rest des Urlaubs schlage ich mich als Invalide.

die
ägypitschen Oasen: Städte, Tempel und Gräber in der
Libyschen Wüste. Das Buch behandelt die unberührten Oasen, deren
Geschichte und Archäologie...
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Mitten auf dem Weg ein kleines flauschiges graues Dromedarbaby.
Als sie uns kommen hört, eilt die Mutter herbei und beschmust
den Winzling. Die nächste halbe Stunde sind wir hier wie festgenagelt.
Der Weg führt schließlich entlang der Nord-Süd Pipeline.
Der sandige Untergrund ist sehr fest und die Jungs geben ordentlich
Gas. Der Landy quitiert dies erstmalig mit steigender Kühlwassertemperatur.
Das Heilmittel: Motorhaube auf, Leerlauf rein und leicht Gas
geben.
Klappt tatsächlich!
Der Brunnen El Hassi, an dem schon im Jahre 1850 der Forschungsreisende
Heinrich Barth pausiert hat, ist eine Enttäuschung: Eine Betonwanne
mit Windrad inmitten des langweiligen Nichts. Da die Fördereinrichtung
defekt ist, hilft der "G" uns mit seiner Seilwinde
und der Spülschüssel aus.
Wir verlieren uns in der Zweideutigkeit der Göttlerschen
Koordinaten und finden uns zwischen Dünen mit merkwürdig klebrigem
Sand wieder. Auf der Suche nach Ausweichrouten verschlägt es
uns mehrmals in Gärten zur Palmenzucht.Wir beschließen das Nachtlager aufzubauen. Am Himmel ziehen
Wolken auf. Dies nutzt die untergehende Sonne um ein nie dagewesenes
Farbspektakel zu inszenieren. Der Himmel und mit ihm der ferne
Gebirgszug brennen glutrot.
Gut, dass uns keiner der Daheimgebliebenen dabei beobachtet,
wie wir uns in dieser unwirklichen Szenerie über Rindergoulasch,
Rotkraut und Knödel hermachen. Der Finger wird mit Grappa betäubt.
Die zweite Etappe dieser Route ist von der eher steinigen
Sorte. Rechts und links der Piste sind bizarre Felsformationen
aber auch weitere Dünen auszumachen. Später bietet die Piste
dem Auge weit und breit nichts anderes als Geröll. Insgesamt
aber ein sehr abwechslungsreiches und einfach zu befahrendes
Stück.
Der Finger gibt keine Ruhe. Man(n) verarztet mich mit Voltaren
und einem Verband dessen Länge für eine Fußballmannschaft ausgereicht
hätte. Die dritte Etappe ist insgesamt recht ereignislos, sehr
viel Staub und Steine. Das Auge sucht vergebens nach Landschaft,
oder irgendeiner Form von Größenvergleich in der scheinbar endlosen
Weite. Als Markierung finden sich ab und an Benzinfässer am
Pistenrand. Eine Ansammlung von Lastwagen an einem Brunnen!
Wo die wohl mit ihrer Ladung hinwollen?
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