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Von Nalut in Richtung Süden führt eine gut ausgebaute Teerstraße
nach Ghadames. Die Landschaft ist karg und die Route verläuft
über hunderte Kilometer schnurgerade, lediglich begleitet von
Elektroleitungen die ab und an "die Seite wechseln".
Ca. 40 Kilometer vor Ghadames steuern wird den See von Mzezem
an.
Das von Tamariskenbüschen umgebene Gewässer soll 55 Meter
tief sein. Der See liegt in einer Ebene aus Sand, Steinen und
kleinem Buschwerk. In der Entfernung sind Hügelketten und Dünen
zu erkennen. Die Abendstimmung ist toll. Der Vollmond
spiegelt sich in der glatten Oberfläche des Sees. Wir entzünden
unser erstes Lagerfeuer. Ich bedaure, dass wir keine Marsh-Mallows
eingekauft haben.
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Reisehandbuch Libyen: auf 457 Seiten bietet der Führer
aus dem Jahre 2002 ein landeskundliches Kapitel,
gegenwärtigen Politik sowie Reise-Infos von A bis Z...
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Am folgenden Tag bekommen wir gegen Mittag Besuch von drei
Einheimischen. Auch sie machen es sich am See gemütlich und
fangen umgehend an zu kochen. Wir sind perplex, als einer der
Männer mit einer Pfanne voll Fleischklösschen auf uns zu kommt.
Er ist erst zufrieden als wir seine Speise alle mehrfach gekostet
und für gut befunden haben. Wir machen uns bald danach auf den
Weg und sie erkundigen sich besorgt, ob sie uns vertrieben haben.
Ghadames selbst hat eine wunderschöne Altstadt. Sie gehört
zum Weltkulturerbe, weshalb hier rege Restaurationsarbeiten
im Gange sind. Der von Mauern umgebene Stadtkern ist von Gärten
umringt. Wir erkunden die verwinkelten Straßen und spähen durch
Schlitze von Holztüren. Die Moscheen werden alle noch genutzt.
Als wir durch die halbdunklen Gänge schleichen, sind Gebete
aus der einen Richtung und Gesänge aus der anderen zu hören.
Wie schon in Nalut, zeigt sich auch hier aus dem Nichts ein
freundlicher, unaufdringlicher Führer. Er erweist sich
als sehr passioniert und berichtet kompetent über das Leben
von damals: Früher lebte in der Umgebung von Ghadames der Nomadenstamm
des Königs Nimrod. Der Sage nach hatte sich eines Tages ein
Stammesmitglied in der Wüste verirrt. Er ritt tagelang ohne
Wasser umher und gab schließlich auf. Als er sich zum sterben
niederlegte schlug seine treue Stute mit dem Huf fest auf den
Wüstenboden. Aus der Erde schoss kühles, klares Wasser. Es bildete
sich eine Oase die nach dem Ereignis "Ain el Fras - Stutenquelle"
benannt wurde. Die Stutenquelle liegt heute im Zentrum
der Altstadt von Ghadames. |