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An diesem Tag zeigt uns Ali die Schätze, wegen derer das
Akakusgebirge zum Nationalpark erklärt wurde: Uralte Felsbilder.
Gravuren sind von Malereien zu unterscheiden.
Je nach
Malart und szenischer Beschreibung lassen sich die Felsbilder
datieren. Die ältesten gehen zurück bis in das Jahr 7000 vor
Christus. Auf verschiedenen Felsen sehen wir Rinder, Elefanten,
Dromedare, Jagdszenen mit Jägern und Hunden, Giraffen sowie
Fußabdrücke verschiedenen Jagdwilds. Wir diskutieren, ob es
sich bei den Abbildungen um Kunst oder um strategische Aufzeichnungen
handelt. Sind die Bilder religiös motiviert oder dienten sie
vielleicht der Ausbildung "junger Jäger"? Die Bilder
zeugen von einer Artenvielfalt vergangener Jahrtausende, als
dieses Gebiet noch Steppe war und Europa unter Eis lag.
Wir passieren ein ausgehöhltes versteinertes Stück Baumstamm,
auf dem Weg zu einer Felsformation, die an eine Kathedrale erinnert.
Einzelne Säulen aus Fels scheinen das "Dach" zu tragen.
Ali springt immer wieder selbst begeistert aus seinem Wagen
und macht uns auf ein besonders schönes Stück Land aufmerksam.
Während meine deutschen Begleiter ihre Filme durchjagen, tanzen
unsere beiden libyschen Freunde zur hundertsten Wiederholung
von "Ténéré, Ténéré". Sie scheinen die Stille der
Wüste nicht so zu genießen wie wir, können sie sie ja auch nach
Belieben besuchen. Die zwei haben keine Vorstellung davon, dass
wir diese Ruhe und Einsamkeit wie einen Schwamm in uns aufsaugen,
weil wir wissen, dass eine derartige Stille zu Hause nirgendwo
vorzufinden ist.
Der schwarze Felsen wird teilweise von roten Sanddünen überflutet.
Dort wo Erosion und Auswaschung bizarre Felsformationen erzeugen,
wird die menschliche Phantasie angeregt. Manche Felsgruppen
sehen aus wie eingefrorene Szenen aus dem Film "Jurassic
Parc".
Wir begenen einer Truppe Touristen die zehn Tage lang auf
Dromedaren durch das Akakus-Gebirge unterwegs sind. Die Tiere
schwanken beträchtlich bei ihrer gemächlichen Wanderung durch
den Sand. Die Aufsitzenden sehen wenig entspannt aus.
Es ist Zeit das Gewicht der Ersatzkanister auf dem Dach loszuwerden:
Landy wird betankt. Ein kurzer Check des Ölstands sagt uns,
dass dieses Auto sich ebenso wohl fühlt wie wir. Ali führt uns
zu einem Canyon mit einem kleinen pastellgrünen Teich. Er liegt
inmitten einer Schlucht. Es macht Spaß auf den Felsen umherzuklettern.
Das Wasser hat die Steine an manchen Stellen spiegelblank poliert.
Bei Regen will man hier bestimmt nicht sein.
Die Anfahrt zur nächsten Felsbildergruppe führt uns durch
ein Feld mit Buschwerk, das höher ist als der Landy. Stefan
ist wegen der üppigen Vegetation völlig aus dem Häuschen. Die
Felszeichnungen bilden diesmal Szenen aus dem Leben ab. Wir
sehen einen Streitwagen mit Fahrer, zeremonielles Haare waschen
vor der Hochzeit, sowie das Ankleiden der Braut. Eine Gruppe
Krieger sitzt im Kreis um ein Feuer.
Es ist interessant den "Fortschritt" in der Technik
des Malens zu beobachten. Auf frühen Darstellungen haben die
Menschen entweder gar keinen Kopf oder tragen an dieser Stelle
eine Kugel, auf späteren Abbildungen sind dann auch Augen und
Bärte zu erkennen
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