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Das Nachtlager schlagen wir diesmal zwischen hohen roten
Sanddünen innerhalb des Akakus Nationalparks in Libyen auf. Während wir essen besuchen uns zwei Springmäuse.
Stefan und Mahdi machen sich sofort auf die Jagd. Mahdi hat
eine besondere Technik: Er erzeugt mit den Lippen ein Geräusch,
das sich anhört wie ein gigantischer Furz. Dies scheint die
Mäuse zu erschrecken, denn sie hören sofort auf zu laufen und
springen stattdessen in die Höhe. Die beiden Jungs sind geraume
Weile in den Dünen unterwegs.
Aus der Ferne sehen wir den Schein
ihrer Taschenlampen die sich regelmäßig zu Boden werfen. Kurz
davor ist "das Geräusch" zu hören. Sie beweisen eine
ungeheure Ausdauer, dennoch sind sie (Gott sei Dank) nicht erfolgreich.
Den Springmäusen gelingt die Flucht.

Reisehandbuch Libyen:
auf 457 Seiten bietet der Führer
aus dem Jahre 2002 ein landeskundliches Kapitel,
gegenwärtigen Politik sowie Reise-Infos von A bis Z...
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Die letzte Etappe gemeinsam mit Mahdi und Ali führt uns aus
dem Akakus hinaus nach Al Awaynat, einen Ort den man wahrscheinlich
komplett ignorieren würde, wären da nicht Probleme mit dem "G".
Wir brauchen eine Werkstatt!
In Deutschland wird die Einrichtung
die wir vorfinden wohl als Schrottplatz bezeichnet: überall
liegen auf einem staubigen Platz alte Teile und halb ausgeschlachtete
Fahrzeuge. Während Jay, von mehreren Angestellten umringt, sich
selbst an seinem Fahrzeug zu schaffen macht, werden Stefan und
ich in die gegenüberliegende Silberschmiede eingeladen.
Stefan
interessiert sich für ein Messer mit Schaft aus Kamelhaut. Schon
geht die Feilscherei wieder los. Als Stefan keine Anstalten
zum Kauf macht, wird er erst einmal zu einem Tee eingeladen.
Der Preis fällt ein wenig, aber Stefan ist immer noch nicht
bereit zu kaufen. Der Schmied schenkt ihm einen Armreif. Stefan
möchte gerne ablehnen, aber es ist nicht möglich. Dann sagt
der Schmied: "jetzt kauf doch bitte mein Messer" und
nennt einen guten Preis. Beide lachen herzlich und sind zufrieden.
In der Zwischenzeit hat sich Ali auf dem benachbarten Campingplatz
geduscht und fein gemacht. Wir nennen ihn Tuareg-Dandy, weil
er immer so darauf bedacht ist gut zu riechen. Es wird Zeit
sich von den Beiden zu verabschieden. Ali verteilt sogar noch
ein paar Geschenke. Wir sind alle schrecklich traurig. Vielleicht
sehen wir uns wieder "inshallah"! Ich möchte am liebsten
heulen. Vor allem der Gesingsang von Mahdi, mit seiner verstimmten
Gitarre, die jeden Tag eine Saite eingebüßt hat, wird mir schrecklich
fehlen.
Da dieser Ort in Afrika uns nichts weiter zu bieten hat, fahren wir stadtauswärts
in nördlicher Richtung auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz.
Zwischen den glutroten Dünen der untergehenden Sonne werden
wir fündig. Bei einem Gläschen Grappa, von dem Mahdi so gerne
ein Schlückchen abgezweigt hätte, lassen wir die Ereignisse
der letzten Tage Revue passieren. Abendessen mit Benzinkocher
an Tisch und Stühlen kommt uns komisch vor.
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