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Reiseberichte

Lappland - Rentierschlittenfahrt in Lappland

Reisebericht Lappland - Wintererlebniswoche Lappland (9.3.2008 - 15.3.2008)
 

 
  Tag 3: Rentierfarmbesuch und Rentierschlittenfahrt
 

Um 9 Uhr geht es mit einem Bus zu einer Rentierfarm. Zunächst vermittelt uns Sara in lappländischer Tracht Einblicke in die Kultur und Lebensweise der Saamen.

Der Hof gehört einer Familie, deren Nachfahrin heute ein kleines Museum daraus gemacht hat. Früher war der Hof bewirtschaftet. Ein Erbschaftsstreit zwischen 2 Söhnen wurde damals ganz pragmatisch gelöst: Das Haus wurde auseinandergesägt, eine Hälfte abtransportiert und auf der gegenüberliegenden Seite des Sees wieder aufgebaut. Die Töchter dagegen erhielten eine Kuh und 500 Euro und mussten den Hof ganz verlassen.

Die Rentierfarm
Die Rentierfarm...

Nach Beendigung des Museumsbesuchs und einer kleinen Diashow können wir das Lassowerfen mit Holzrentieren üben und erfahren Wissenswertes über die Rentierzucht: Es kommen zahlenmäßig in Lappland ca. 2 Rentiere auf einen Finnen. Die Geweihe wachsen zwei Mal im Jahr, die Wachstumsphase dauert ca. 3 Monate . Früher wurden die Rentiere übrigens von den Züchtern mit den Zähnen kastriert, doch das ist verboten, seit Finnland zur EU gehört (Sara schaut etwas wehmütig, als sie uns das erzählt).

Ein Mal im Jahr werden alle Rentiere, die ansonsten zwar wild leben, aber immer einen Besitzer haben, gezählt. Wird dabei ein schwedisches Rentier (erkennbar an der Beschneidung der Ohren) auf finnischem Grund eingefangen, muss der schwedische Besitzer 10 Euro für das Grasen in Finnland bezahlen – und umgekehrt. Während der Brunftzeit im Oktober versammelt ein männliches Rentier ca. 20 Weibchen um sich. Die folgenden Wochen sind dann für das Männchen so anstrengend, dass es bis zu 20 kg Gewicht verlieren kann. Ab Mai kommen dann die kleinen Renis auf die Welt.

Unterwegs mit dem Rentierschlitten
Unterwegs mit dem Rentierschlitten

Bei unserem ersten Zusammentreffen mit den Rentieren stellen wir fest, dass sie kleiner sind als erwartet (ca. 90-140 cm Schulterhöhe, also kein Vergleich zu einem Elch) und man sich vor den sehr spitzen Geweihen doch ziemlich vorsehen muss. Sie mögen keinen Augenkontakt und wollen leider auch nicht gestreichelt werden – was schwerfällt, bei dem plüschigen Fell und den schönen Augen. Nachdem wir die ersten Rentiere bewundern und mit speziellen Moosen füttern konnten, stapfen wir durch den Wald und machen eine Pause mit Kaffee und Kuchen in einer Kota.

Die Rentierschlitten stehen schon bereit und die Züchter holen nach und nach die Rentiere. Nachdem wir bei der Motorschlittentour am Vortag gelernt haben, dass es immer gut ist, NICHT an erster Stelle zu sein, setzen wir uns dezent in den dritten Schlitten und wollen uns das Spektakel erst einmal in Ruhe anschauen.

Leider ahnen wir nicht, dass der Rentierzüchter jedoch uns als Nummer eins auserkoren hat, gleich mal unseren Schlitten aus der Reihe zieht und das Rentier mit dem schönsten Geweih, das aber auch besonders ungestüm aussieht, vor den Schlitten spannt. ..  und ganz schnell ist es mit der Gemütlichkeit in dem mit Rentierfellen ausgepolsterten Schlitten vorbei!

Rudolph das Rentier macht Pause
Rudolph das Rentier macht Pause

Selbst unser finnischer Rentierfarmer ist überrascht, wie plötzlich unser Kamerad losläuft. Mit einem Mordstempo auf und davon und ab um die Kurve – wir hören nur noch die überraschten Schreie der anderen. Jetzt wissen wir auch, warum wir die Maske mitnehmen sollten. Durch die riesigen, galoppierenden Rentierhufe werden große Schneebrocken nach hinten geschleudert. Nachdem wir nach ca. 5 km unser Ziel erreichen, ist „Speedy-Rudolph“ ziemlich erledigt.

Mit hängender Zunge steht er keuchend da und schaut uns vorwurfsvoll an. Immerhin wissen wir jetzt, warum Petteri, Santa Claus`Rentier in Finnland, immer mit heraushängender Zunge dargestellt wird. Rentier können bis zu 70 km/h laufen ...!

Unser erster Kontakt mit den Huskies
Unser erster Kontakt mit den Huskies

Lappland - Schweden, Finnland und Norwegen
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Lappland - ein Reisebuch nicht nur für Motorradfahrer
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Der Rest unserer Gruppe kommt erst viel viel später ans Ziel. In einem Lappenzelt wird während der Mittagspause wieder gegrillt. Die Rückfahrt gestaltet sich idyllischer, unser Rückfahrts-Rentier (dieses Mal ohne Geweih, so dass wir hinten von unserem Schlitten aus nur einen rennenden Rentierpopo ohne Kopf sehen) hat dieses Mal mehr die Ruhe weg und kommt als Letztes an.

Trotzdem hat Sylke unterwegs einen Handschuh der lappländischen Wildnis gespendet, so schnell konnte sie gar nicht gucken, wie der aus dem Schlitten gefallen ist. Auch unser zweites Rentier ereicht das Ziel mit hängender Zunge – sicher froh, uns los zu sein.

Wie Snoopy auf der Hundehütte
Wie Snoopy auf der Hundehütte

Rückkunft in Harriniva gegen 15 Uhr. Gemeinsam laufen wir noch zum Huskyzentrum und knüpfen schon erste Kontakte mit den Hunden. Der erste Eindruck ist ganz so, wie er sein sollte: Ein Husky, der auf einem Snoopy-Häuschen mit dicker Schneeschicht sitzt und sich die Seele aus dem Leib heult. Alle Hunde sind sehr erfreut über die Abwechslung, beschnuppern uns neugierig und sind dankbar für jede Streicheleinheit – ganz besonders die Welpen.

Inzwischen hat sich auch eine Gruppe Holländer im Hotel einquartiert. Die sind alle mit dem offenen!!! Cabrio von Oslo bis zum Nordkap unterwegs.

Chronologisch gehts nun
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