Reisebericht
El Hierro, Kanaren Sabinosa und der Westen...
Der Ort Sabinosa ist die einzige bemerkenswerte Siedlung im Westen
von El Hierro. Genaugenommen bildet das wenige Hundert Einwohner zählende
Dorf auf etwa 300 m Höhe den westlichsten Teil des Golftals.
Es ist umgeben von vielen Lavahängen, an denen die Weinreben besonders
gut gedeihen, hier wächst der beste Wein von El Hierro. Im Dorf selbst
gibt es wenig, was Besucher anzieht.
Uns ist nur die Dorfkneipe positiv
aufgefallen, da wir dort gut gegessen haben.
Dennoch lohnt es sich nach Sabinosa zu kommen.
Zum einen führt die
Straße durch den Ort weiter zum Pozo de la Salud, einem weiteren
Badeort und Gesundheitsbrunnen und der Küste entlang weiter zum Playa
del Verodal, einem der wenigen kleinen Sandstrände der Insel.
Zum anderen
kann man im Ort eine schöne Wanderung beginnen.
Von Sabinosa über Las Casillas zur Mirador de Bascos.
Ausgangspunkt der etwa vierstündigen Wanderung ist die gegenüber
des Plazas steil den Hang hinaufgehende
Straße, an der oberhalb des Friedhofs bald ein
Weg zum camino dehesa" rechts abgeht. Der Weg schlängelt sich ziemlich steil den Hang hinauf.
Die Häuser von Sabinosa sind bald nur noch als
kleine weiße Flecken zu erkennen.
Der Weg führt uns durch alle Vegetationsstufen, die El Hierro zu bieten
hat. Findet man anfangs nur Buschwerk, sieht man ab ca. 500 Höhenmetern
mehr saftige Gräser und zunehmend mehr grüne Sträucher,
bis man sich kurz vor erreichen der Plattform
Las Castillas fast durch dschungelartigen Wald bewegt.
Nach knapp zwei Stunden erreicht man zuerst bizarre Felsformationen und dann
den besagten Platz, den man auch ein Fahrweg aus der Dehesa erreichen kann.
Zum ersten Mal kann man "hinter" den Bergkamm sehen und genießt die
Aussicht auf die steil abfallende Nordküste und die sich nun links
im Westen ausbreitende Dehesa. Eine gänzlich andere Landschaft wie bisher
auf dem steilen Weg ab Sabinosa!
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Zum Mirador de Bascos gelangt man nun, wenn man rechts entlang des
Abgrundes auf den auffälligen Felsen in nordwestlicher Richtung
weiter zugeht.
Ein fest definierter Weg ist hier nur am Anfang auszumachen. Geht es anfangs
noch den abfallenden Klippen entlang, entfernt man sich von diesen später mehr,
überwindet mindestens einmal ein kleines Steinmäuerchen und spaziert
an einem Pinienwäldchen
vorbei.
Keine Angst: man wird etwas später in jedem Fall vom steinigen Fahrweg,
der zum Mirador de Bascos führt "aufgefangen" und geht das letzte
Stück zum Aussichtspunkt rechts fast Richtung Norden entlang dieses
Weges.
Bei gutem Wetter hat man vom Mirador eine tolle Sicht auf das westlich
liegende Golftal sowie die nord- und nordöstlich liegende Punta de la
Sal sowie das Gebiet El Sabinar.
Im
Peter
Mayer Reiseführer El Hierro wird mit Wanderung 13 eine andere
Rückvariante beschreiben, die zusätzlich noch zu einem
Wahrzeichen der Insel führt, das man so oder in anderer Weise gesehen
haben sollte, dem Wacholderwald von El Sabinar.
Das Wort Wald ist zwar stark übertrieben, doch haben uns die knorrig
alten und wahnwitzig gebogenen Wacholderbäume wirklich beeindruckt.
Licht stehen sie auf einem Gebiet von mehreren Quadratkilometern.
Man läuft nach El Sabinar nicht denselben Weg zur Las Castillas
zurück, sondern wandert auf dem Fahrweg weiter, bis rechts ein schlechter
Fahrweg nach El Sabinar abgeht. Wer noch Kondition hat, kann auf dem
Rückweg auch noch
die Schutzpatronin der Insel in der Santuario de la Virgen de los Reyes
besuchen.
Alternativ ist die Santuario de la Virgen de los Reyes, El Sabinar
und der Mirador de Bascos auch über die einzige durch die Dehesa
führende Straße bzw. den schon erwähnten etwas holprigen
Fahrweg zu
erreichen.
Wie anfangs erwähnt, lohnt es sich allein wegen des
Playa de Verodal in den äußersten Nordosten der Insel zu
fahren. Schwarzroter Sandstrand, eine imposante Bergkulisse und
wenige Strandbesucher machen die Mühe mehr als wett.
Jedoch sollte man
beim Schwimmen vorsichtig sein, es gibt hier sehr starke Strömungen
und
Winde!
Auf unserer Fahrt durch die Dehesa hat uns vor allem der Kontrast von
Vulkanhügeln und samtig bewachsenen Landschaften beeindruckt. Dazu kommt
die Abgeschiedenheit und Einsamkeit.
Wer wirklich mal ans "Ende der Welt" fahren
möchte, kann dies hier tun, der Faro de Orchilla ganz im
Südwesten war Jahrhunderte lang das definierte Ende der westlichen
Zivilisation!
Aber Vorsicht, die Piste ist wohl noch ziemlich schlecht,
obwohl sich hartnäckig das Gerücht hält, dass am
Leuchtturm ein Restaurant entstehen soll...
Alles in allem ist die Fahrt von Sabinosa um den Westzipfel der Insel bis
zur Santuario de la Virgen de Los Reyes mit dem Abstecher zum Faro eine einsame,
landschaftlich beeindruckende, tolle und abwechselungsreiche Strecke, für die
man sich mit einigen Zwischenstopps ruhig einen ganzen Tag nehmen
sollte.