Reisebericht El Hierro,
Kanarische Inseln - El Pinar und die Hochebene...
Die Hochebene in der Mitte der Insel wird geprägt durch den
Bergrücken, der sich von Valverde bis in den Westen der Insel erstreckt.
Wichtigste Siedlungen sind die beiden Orte San Andrés in der Nähe
von Valverde und El Pinar im mittleren Südosten der
Insel.
Die Gegend ist auffallend grün und wird von Weidelandschaften und
Pinienwäldern durchzogen. Von Valverde kommend erreicht man auf der
912 zunächst das kleine Dorf Tiñor in ca.
900 m Höhe.
Dass
hier nur noch wenige ältere Herreños wohnen,
hat seine Ursache im
vergleichsweise feuchten Passatnebelklima.
Wo früher noch Ackerbau und
Viehzucht betrieben wurden, möchte heute niemand mehr wohnen. Sehenswert
ist der Ort aber dennoch.
Das einige Kilometer weiter südwestlich und noch höher gelegene
San Andrés ist noch heute Zentrum der Viehzucht der Insel.
Auf dem überdimensioniert wirkenden Plaza findet sich die Ermita San
Andrés.
Höhepunkt des Jahres ist hier der große Viehmarkt
im Juni, an dem sich viele Inselbewohner einfinden,
um mit Tanz und Wein zu feiern.
Zu empfehlen ist hier noch das Restaurant
Casa Goyo, in dem man kanarisches Essen in stilvollem Ambiente genießen
kann.
Ein weiterer Ort auf der Höhe ist das langgezogene und an einer
Ausfallstraße gelegene Dorf Isora, den Touristen hautsächlich
durch den hinter Isora liegenden sehenswerten Aussichtspunkt Mirador de
Isora, der mehrere Aussichtsterassen hat,
bekannt.
Ähnlich wie in San Andrés leben die Einwohner auch hier in der
Hauptsache von Viehzucht und Obstanbau.
Seit einigen Jahren werden durch
die ortsansässige Milchwirtschaftsgenossenschaft auch einige
Käsesorten angeboten.
Unserer Meinung nach sollte man auf jeden Fall den Mirador anfahren,
der idyllisch gelegen ist und in mehreren Plattformen zur Rast und Erholung
bei schönem Ausblick einlädt.
Von hier oben kann man tief unten am Meer den Roque de la Bonanza,
einen markanten Felsen mit Loch, sehen, der nur über die
Küstenstraße im weiteren Verlauf hinter Puerto de la Estaca und
Timijiraque durch ein abenteuerliches Tunnel zu erreichen ist.
Diese
Küstenstraße endet schließlich am Parador Nacional, einer
überdimensionierten
Hotelanlage.
Die Wanderung 9 im Peter Meyer Reiseführer nimmt sich die unmöglich
scheinende Tour hinunter zum Meer vor.
In insgesamt ca. 5 Stunden hat man
die 800 Höhenmeter überwunden, erreicht den kleinen Ort Las Playas
und ist wieder mühsam zum Mirador zurückgewandert.
Über eine Nebenstraße erreicht man von Isora oder El Pinar einen
weiteren, eher unbekannten Aussichtspunkt, den Mirador de las Playas.
Dieser liegt sehr schön inmitten eines Pinienwaldes, bietet
Sitzgelegenheiten und beschert einem eine schöne Aussicht auf die Bucht von
Las Playas.
Etwas weiter südlich findet sich mit El Pinar, eine der ältesten
Siedlungen von El Hierro. Das Dorf besteht aus den zwei Teilen Las Casas und Taibique. Man
lebt hier heute vielfach vom Obstbau und nicht mehr so sehr von der Viehzucht.
Auch besteht eine Rivalität zu Valverde und La Frontera, da dort die
eine Kumunalverwaltung sitzt und nicht in El Pinar.
Ist es in Las Casas eher ruhiger und findet man hauptsächlich ältere
Häuser, so ist Taibique etwas lebendiger. Man findet dort Bars, Geschäfte, eine
Apotheke und auch eine Tankstelle.
Außerdem gibt es in Oberdorf von Taibique auf dem Hügel einen weiteren,
bemerkenswerten Aussichtspunkt, den Mirador de Tanajara. Er bietet
eine tolle Aussicht auf den kargen vulkanischen Süden der
Inseln und die pinienbedeckten Berghänge im Zentrum der
Insel.
Die Gegend ist auch ein sehr guter Startpunkt für Wanderungen.
Zu empfehlen ist die
Wanderung von Hoya del Morcillo zu höchsten Punkt der Insel,
dem
Malpaso.
Der Ausgangspunkt für die Wanderung ist die ca. 2-3 km westlich von
El Pinar gelegene Freizeitstätte Hoya del Morcillo, eine wunderschöne und große
Anlage auf knapp 1000 m Höhe mit riesigen Pinien, die vor allem am
Wochenende gut besucht ist.
Von El Pinar aus gesehen am Ende der Anlage geht ein Forstweg auf der anderen
Straßenseite geradewegs den leicht ansteigenden Hang durch die Pinien
hinauf.
Einsam schlängelt sich der vergleichsweise breite Weg
den Berghang hinauf, vorbei an vielen angekohlten Bäumen.
Man folgt trotz Abzweigungen dem Hauptweg und genießt nach einer guten
halben Stunde die ersten Blicke auf die Südhälfte der Insel. Auch
der links abgehende Weg zum nahen Montana Mercader wird ignoriert. Dieser
Berg ist wegen seines roten Turms noch weit
erkennbar.
Nach ca. ½ Stunde erreicht man die Fuente del Julán und folgt ab
dort dem Weg zu den nahen Fuentes de Los Reyes, einem abgeschiedenen Platz,
der sich gut für eine Rast eignet.
Von hier führt eine geteerte Straße bald zum Cruz de Los Reyes.
Nun geht es links die geteerte Straße entlang, bis man diese nach ca.
500 m in der ersten Linkskurve rechts den Berghang hoch verlässt.
Von nun an braucht man nur noch dem Bergrücken aufwärts zu folgen,
um schließlich nach einer weiteren halben Stunde am Gipfelkreuz des
1500 m hohen Malpaso anschlagen zu können.
Den Rückweg sollte man über denselben Weg angehen.
Im
Peter
Mayer Reiseführer El Hierro findet sich eine Variante dieser Wanderung,
die von El Pinar one way nach Sabinosa führt.
Auf der 912 von San Andrés in Richtung Inselzentrum gibt es noch zwei
weitere Aussichtspunkte. Zum einen den wohl bekanntesten Aussichtspunkt El
Hierros, den Mirador de Jinama, etwa an der Kreuzung der Straßen
von Mocanal bzw. San Andrés Richtung El Golfo.
Von hier hat man von
gut 1.200 m aus einen sehr schönen Blick auf das gesamte Golftal von
der Ostseite aus. Von hier führt auch ein alter Hirtenweg hinunter nach
La
Frontera.
Der andere Aussichtspunkt ist der Mirador del Golfo, der etwas
abseits der Straße nahe der Stätte Raya de Llanía liegt
und bei gutem Wetter ebenfalls einen beeindruckenden Blick auf des Golftal
und den Malpaso freigibt.
Im
Peter
Mayer Reiseführer El Hierro findet sich als krönende
Abschlußwanderung der Camino de la Virgen, der Prozessionsweg der Bajada
de la Virgen de Los Reyes.
Es ist quasi eine Inselwanderung von West nach
Ost, von der Dehesa bis Valverde. Wer genügend Kondition mitbringt,
für den ist diese knapp 30 km lange ca. 10-stündige Wanderung
über den Bergkamm der Insel, vorbei am Malpaso sicher der
Höhepunkt seines Aufenthalts auf El Hierro.