Reisebericht El Hierro,
Kanarische Inseln - El Golfo - das große fruchtbare Tal...
El Golfo ist eine besondere Region in El Hierro. Es ist die fruchtbarste
Gegend der Insel, hier ist das landwirtschaftliche Zentrum.
Die
allmählich zusammenwachsenden Orte Frontera und Tigaday bilden
die Hauptorte der Gemeinde La Frontera und sind inzwischen zusammen
größer als die Hauptstadt Valverde.
Man spürt fast schon
die Konkurrenz zur hinter dem Berg liegenden Hauptstadt, die kaum mehr 2.000
Einwohner hat.
Die Bewohner sind sehr stolz und regionalpatriotisch. Dies ist auch
nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass die Region vor 30 Jahren noch dünn
besiedeltes 'Malpaís' also "schlechtes Land" war.
Heute ist das Golftal
Wohngegend, es gibt hier vor allem Obstplantagen, Weinanbau aber auch
landschaftlich verträglichen Tourismus.
Erreichen kann man das Tal derzeit nur über die Straße 912, die
von Valverde bergauf an Tiñor und San Andrés vorbei auf über
1.300 m Höhe ansteigt,
bevor sie nach dem Mirador del Golfo rechts hinunter
in das große halbkraterartige Golftal abzweigt.
Man hat auf dieser
Carretera General oft sehr schöne Ausblicke auf das Tal, wenn man sich
die über 1.000 Höhemeter wieder hinunter windet.
Als erstes erreicht man den zersiedelten Ort Frontera. Sehr
auffällig ist am Ortseingang die alte Dorfkirche Nuestra Senora de la
Candelaria am gleichnamigen Platz.
Das außergewöhnliche an dieser Kirche ist, dass
sich der Glockenturm malerisch auf der Spitze des naheliegenden 387 m hoch
gelegenen Hügels Joapira befindet und schon fast als Wahrzeichen der
Region angesehen werden kann.
Ein kleiner Rundgang lohnt, da neben der Kirche wie eine imposante Arena
Campo de Lucha liegt. Auf der der Kirche gegenüberliegenden Straßenseite
befindet sich die Bar Joapira, von der aus man einen
fast ungetrübten Blick auf den Glockenturm genießen und sich auch
noch etwas erfrischen kann. Über schmale Wege kann man die weiter
nördlich und nordöstlich gelegenen Ortsteile El Luchón und
Las Lapas erreichen.
Fährt man auf der 912 weiter um den Joapira herum, gelangt man sehr
schnell nach Tigaday.
Hier umgibt einen das erste Mal auf der Insel
ein fast schon touristisch anmutendes Flair.
Dazu trägt wohl die breite
Strasse, die vergleichsweise vielen Geschäfte, Bars, Banken, die zwei Supermärkte
und der große Platz
bei.
Das Rathaus von Tigaday ist
Verwaltungssitz für die Golfregion und dem Süden der Insel. Gut
essen
kann man hier übrigens gut in der Brasero El Conuco am Ortsausgang Richtung
Sabinosa.
Kurz nach Ortsbeginn geht die zweite Abzweigung hinter der Tankstelle in die
Calle la Corredera ab.
Über diese Straße erreicht man die weiter
nördlich gelegenen Orte der Golfregion und entlang der besiedelten Ausfallstraße auch das Museumsdorf Guinea sowie den
Lagartario, der der nur auf El Hierro noch vertretenen Echsenart langarto
gigante gewidmet ist.
Das Museumsdorf zeigt verschiedene Häuser aus der Kolonialzeit und ist
sehr liebevoll gestaltet. Beide Institutionen befinden sich direkt nebeneinander
und sind sehr sehenswert.
Allerdings ist der Lagartario nur am Dienstag,
Donnerstag und Samstag außerhalb der Mittagspause von 14-16 Uhr zu
besichtigen.
Das Museumsdorf war bei unserem Besuch im Nov. 2000 nur am Montag
geschlossen. Der Eintritt beträgt jeweils ca. €
3-4.
Fährt man die Straße weiter nach Norden gelangt man bald nach
Las Puntas und ans Meer.
Die Küste hier ist steil, schroff
und wild. Und obwohl sich die Gegend um Las Puntas als eine der
"Touristenhochburgen" von El Hierro präsentiert (es gibt doch schon
einige eingepasste Bugalows), fühlt man Ruhe und Natur.
Man sollte sich in keinem Fall entgehen lassen, die Straße geradewegs
bis zur Punta Grade an Meer zu verfolgen. Die Brandung mit den Wellenbrechern
an den schroffen Lavafelsen und die Landschaft, die zum Meer hin steil abfällt, ist
beeindruckend.
Sollte dies noch nicht genug sein, befindet sich hier das lt. Guiness-Buch
der Rekorde kleinste Hotel der Welt.
Es besitzt immerhin 4 Zimmer und schon
der Anblick vom Ausblick am Rande der einige Meter abfallenden Küste
vermag ein gewisses Schindelgefühl
hervorzurufen.
Auch lohnt es von sich hier Erkundungsspaziergänge zu machen, z.B. sind
die beiden geschützt angelegten Meerbadebecken La Maceta und Los
Sargos von hier innerhalb einer Stunde zu Fuß zu erreichen.
Von Las Puntas führt eine kerzengerade Straße parallel zum Meer
Richtung Westen, vorbei an der Winzergenossenschaft und in einiger Entfernung
an Tigaday vorbei nach Los Llanillos.
Hier verliert sich langsam die "städtische" Atmosphäre des
geschäftig wirkenden Tigaday und man findet sich bald hinter dem
beschaulichen Dörfchen in der hier vergleichsweise kargen und wilden
Natürlichkeit von El Hierro. Hier bei dem Städtchen Sabinosa beginnt
der Westen der Insel...