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Wir zahlen 10 USD
(= 90.000 Rph.) Eintritt. Jedenfalls zählen wir zu den ersten, die in
den Borobudur Park rein dürfen. 
Der
Andrang hält sich zu unserem Erstaunen sehr in Grenzen. Mit uns tummeln sich
vielleicht 15 Personen auf dem Gelände mit dem 130x100m großen und neun Etagen
hohen buddhistischen Heiligtum.
Es geht zuerst wenige 100m einen nebligen begrünten Weg
entlang, ehe man den Tempel an der Spitze einer Treppe auftauchen sieht. Von
unten bietet sich ein etwas konfuses Bild. Die ganzen Ebenen des Borobudur sehen der
Perspektive nach etwas verschmolzen aus. Man sieht nicht genau, wo eine Ebene
anfängt und nimmt so nur markante Figuren oder Shilouetten war.

Wir schauen uns die Reliefs an und gehen gleich mal zwei
Ebenen hoch. Ein Rundgang zeigt uns eine Ebene, die an den vier Ecken jeweils
eine doppelte Kante einbaut. Ganz schon lang, ein Umlauf. Und überall findet
man fein gearbeitete Reliefs.
Wir steigen nun hoch zu den drei höchsten Ebenen
des Borobudur Tempels. Hier bei
den 72 Stupas hat man freien Blick auf die umliegende Landschaft.

Dies ist kein Zufall. Der Borobudur Tempel spiegelt als Ganzes die
geistige Entwicklung des Menschen wieder. Auf den unteren Ebenen hat der Mensch
mit dem Alltag und den sinnlichen Gefühlen zu kämpfen. Davon zeugen die Bilder
am Tempel. Die mittleren Ebenen sind die höheren Gedanken, der Kunst und den
Formen gewidmet. Und schliesslich die oberen Ebenen der Erleuchtung, der
geistigen Erkenntnis über die Wichtigkeit der seelischen Entwicklung.
Wir freuen uns über die Ruhe auf der oberen – erleuchteten –
Ebene. Es ist ein besonderes Glück, diesen Ort inmitten des nebligen Urwaldes
ohne lautes Geschrei und viele knatternde Motorräder auf sich wirken lassen zu
können.
Es ist ein wirklich besonderer Tempel. Und ein besonderer
Ort. Wir können seine Aura fühlen. Der buddhistische Borobudur Tempel ist eines der Highlights unseres gesamten
Urlaubes!

Um 8.00 Uhr sollten wir wieder am Bus sein. Doch dies stellt
sich als nicht so einfach heraus, da uns die „Exit“-Schilder am Borobudur durch ein
Labyrinth von meist leeren Verkaufsständen lotsen. 5 Minuten zu spät finden wir
auch unseren Bus und fahren weiter zu zwei kleineren Tempeln in der Umgebung.
Als erstes steht der kleine Pawon Tempel auf dem Programm.
Er ist vergleichsweise wenig beeindruckend und wir sind nicht lange dort. Als
zweites fahren wir den Mendent Tempel an. Er liegt an der Straße zurück nach
Yogya und ist monumental. Entsprechend mehr Souvenir-Verkäufer finden sich
hier. Sie ringen ziemlich hartnäckig um die spärlichen Touristen.
Der Tempel selbst ist interessant. Wiederum mit vielen
Reliefs gearbeitet und einem heiligen Buddha in der Mitte. Nach ca. 20 Minuten
treten wir die Rückfahrt an und sind ca. 10.25 Uhr wieder am Prambanan
Guesthouse.

Gestern hatten wir am Prambanan Guesthouse angegeben, dass wir ca. 10.30 Uhr zurück
sind und dann gerne unser frühstück hätten. Perfektes Timing! Nach getaner „Arbeit“
geniessen wir das leckere Mahl – es gibt Pancake mit Banane und Papaya, Ei,
Kafee, heiße Milch und gemischtes Obst – um so mehr. Danach entspannen wir etwas und lesen im Reiseführer. Ich
gehe noch ins nahe Internet-Café. Außer Mails schreiben liegt auch das Brennen
einer CD an, da die 1GB-Compact Flash Karte meiner Digital-kamera schon voll
ist. Man hat einen Card-Reader und brennt die CD direkt von der Karte. Klein
schlechter Service für 15.000 Rph. Und mir ist sehr geholfen!
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An unserer Rezeption holen wir uns die Infos, wo der Bus
nach Prambanan abfährt. Uns erwartet dort ein Besuch der Tempelanlage sowie am
Abend eine Aufführung des Ramayana-Ballets. Um 13.30 Uhr lassen wir uns dorthin
– zum südlich liegenden neuen Busbahnhof – mit einem Becak fahren. Wir
geniessen die langsame Fahrt dorthin.
Der Busbahnhof ist groß. Wir schauen uns kurz
orientierungslos um. Sofort werden wir gefragt, wohin wir fahren möchten. „Solo
– Prambanan“ antworten wir. Und schon wir uns die Richtung gewiesen: „2nd
Stage“. Dort werden wir sofort wieder gefragt, man schickt uns den Gang
entlang. So geht das freundliche Spiel noch 3 bis 4 Mal und zum Schluß sitzen
wir im richtigen Bus und haben kein Schild gelesen... javanesische
Freunlichkeit.

Kurz nach Fahrtantritt regnet es. Ich habe schon
Befürchtungen wegen der Freilichtaufführung. Aber als wir eine halbe Stunde
später in Prambanan ankommen ist das Wetter ok. Prambanan heißt nicht nur das
hinduistische Weltkulturerbe sondern auch ein kleiner Ort. Das Bus lässt uns an
der Straße raus. Wir orientieren und kurz und – wie könnte es anders sein – ein
vorbeifahrender Radfahrer deutet uns die Richtung zum nahegelegenen Tempel.
Nahegelegen ist aber auf Java so eine Sache. Oftmals steht
man hier vor einem Park und weit und breit ist nur der Begrenzungszaun zu
erkennen. So auch hier. Wie laufen bestimmt einen halben Kilometer an dem Zaun
entlang, bis wir zu einem Hintereingang kommen. Dort werden wir wiederum USD 10
p.P. als Einlassgebühr los. Quer durch die leeren Verkaufsstände gehen wir auf
die Tempel zu.

Die Tempelanlage stehen von dieser Seite etwas gegen die
Sonne. Ausserdem sind zwei der größten Tempel gerade mit einem Bambusgerüst
versehen. Wir laufen hinein in den ca. 100x100m großen Innenraum, in dem 7
verschieden hohe Tempel aufragen. Die Gesamtansicht erinnert stark an den
inneren Tempel von Angkor Wat in Kambodscha. Die Türme sind deutlich höher, als
es von der Straße den Anschein hat.
Auch hier ist der Tempel mit Reliefs übersäht. Auf den
äußeren Ebenen kann man den großen Tempel besteigen und umrunden. An
verschiedenen Stellen sind kleine Nischen mit Figuren zu bestaunen. Von einen
kleinen Bank aus lassen wir die Tempel auf uns wirken. Hier sind mehr Touristen
unterwegs, als heute Morgen am Borobudur.

Trotzdem ist es vergleichsweise wenig
los. Das verstärkt aber gerade das Bemühen von Verkäufern etwas an dem Mann
oder die Frau zu bringen. Einige Male müssen wir diese Angriffe abwehren.
Wir laufen langsam zum Ausgang und haben einen tollen
Gegenlichtblick auf die Anlage. Am Info-Center trinken wir etwas und warten, da
es noch zu früh ist für die Ramayana-Vorstellung. Dort soll 18.00 Uhr Einlass
sein.
Am Info Center treffen wir Lisa, eine Holländerin, die
alleine auf Java unterwegs ist. „Hallo
Lisa!“ Sie wartet auch auf die Vorführung am Abend und wir kommen ins
Gespräch. Wir erfahren, dass es in den Niederlanden üblich ist, deutsch als
zweite Fremdsprache zu nehmen. Und... dass wir uns in Acht nehmen sollten.
Holländer verstehen meist alles, was Deutsche reden... J

Das Schulsystem in Holland finden wir besser. Mehr
Wahlfreiheit und die Hochschulreife nach 12 Jahren. Da wir noch über eine
Stunde Zeit haben, werden auch Themen wir die US-Wahl oder die Meinung der
Holländer über Deutsche ein Thema. Es macht Spaß sich mit ihr zu unterhalten.
Außerdem kommt sie auf ihrer Tour durch Java von Westen. Wir können uns also
gegenseitig noch einige Tipps geben.
Von weiteren Passanten erfahren wir, dass der Eingang zur
Prambanan-Show außerhalb und auf der anderen Seite des Parkes ist. Wir machen
uns langsam auf, da wir ja wissen, was das an Entfernung heissen kann.

Und wirklich. Einen Kilometer laufen wir bestimmt, um auf
der anderen Seite den Eingang zu finden. Wir sind mit die ersten an der Bühne.
Es geht zuerst wieder entlang der Hauptstraße und dann in eine kleine
Seitenstraße „Ramayana-Ballet“ hinein. Wir zeigen unsere Tickets und dürfen
rein. Die inzwischen beleuchteten Prambanan-Türme bilden eine phantastische
Hintergrundkulisse.
Wir können uns die Sitzplätze im preiswerteren Sektor
aussuchen. Die Zeit wird schon lang bis 19.30 Uhr die Vorstellung beginnt. Aber
wir haben ja eine interessante Gesprächspartnerin.
Die aufgeführte Geschichte ist eine Kurzzusammenfassung aus
einer epischen Geschichte. Wir können leider keine Inhaltsangabe mehr
ergattern. Aber es geht um Anführer, die sich um eine schöne Frau streiten. Was
auch sonst... J

Dabei bildet ein kleines Orchester den musikalischen Rahmen.
In meinen Ohren etwas monoton. Auch die Aufführung selbst strotzt nicht gerade
von Temperament und Energie. Aber es ist wirklich mal was anderes. Und
zumindest Lisa hat es sehr gut gefallen.
Nach gut 2 Stunden ist die Aufführung zu Ende und wir
bewegen uns – mit ca. 100 anderen Besuchern – zum Ausgang hin. Wir suchen
unseren Wagen, den wir vor zwei Tagen schon in der Touri-Info in Yogya –
ziemlich überteuert – gebucht hatten. Leider haben wir deshalb Lisa aus den
Augen verloren und uns nicht mal richtig verabschiedet...
Der Minibus bringt uns schnell wieder nach Yogya und ca.
22.30 Uhr sind wir wieder an unserem Prambanan Guesthouse. Wie passend! Heute
ist nur noch Zähne putzen, duschen und schlafen gehen angesagt.
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