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Die legendäre Inside Passage ist eine 15-stündige
Schiffsreise von Port Hardy in Vancouver Islands Norden nach Prince
Rupert, der nordwestlichsten Stadt von Britisch Columbia. Sie soll ein
Highlight unseres Westkanadaurlaubes werden.

Es handelt sich um einen
geschützten, ca. 500 km langen Seeweg, dem schon vor 100 Jahren die
Goldsucher nach Norden durch die Fjordlandschaft der Westküste folgten.
Es ist die Regenküste Kanadas. Nur mit Glück hat man
hier einen schönen Tag. Wolken vom Pazific prallen auf die Coast Mountains
und regnen hier ab. Es entstanden Regenwälder entlang der Küste. Douglasien,
Sitka-Tannen und hohe Cedars wachsen üppig.

Wir fahren mit der „M.V. Queen of the North“. Diese
Fähre fuhr von 1969 bis 1974 in Deutschland auf der Ostsee.. Zuunterst
kommt das Autodeck, darüber die Eßetage und darüber die Aufenthaltsräume
und Sonnendecks. Das Schiff ist für 750 Personen, aber nur für 157 Fahrzeuge
ausgelegt.
Kurz nach dem Losfahren gibt es im Speisesaal Frühstücksbüffet
und wir lassen es uns schmecken. Am Nordende von Vancouver Island kommt
gleich das offene Meer in Sicht.

Dann fahren wir durch grüne Inselwelten. Wasser, bewaldete
Buchten und Berge bestimmen das Bild in dieser einsamen einzigartigen
Landschaft. Vom Festland grüßen die schneebedeckten Berge der Coast
Mountains. Auf hohen Bäumen sitzen Weißkopfseeadler und warten auf eine
lohnende Fischmahlzeit. Man müßte ein Fernglas haben, um sie klar auszumachen.
Auch Schwertwale und Delphine sollen ab und zu das
Schiff begleiten. Ich sehe nur einen Tummler kurz zum Luftholen auftauen
(der Kapitän machte darauf aufmerksam). Inzwischen wurde für uns ein
gutes Mittagsbüffet im Speisesaal vorbereitet.
Danach machen wir es uns wieder an Deck bequem und
genießen diese außergewöhnlich einsame Landschaft. Nur einmal sehen
wir einen Ort am Ufer, den kleinen indianischen Ort Bella Bella mit
Fischerhafen und Sägewerk. In dieser nördlichen Gegend arbeitet man
entweder in der Holz- oder Fischindustrie oder man hat keine Arbeit.
Das Wetter wird schlechter und es regnet leicht. Die Leute verziehen
sich nach innen. Doch bald darauf bringt die Wetterküche wieder besseres
Wetter auf den Tisch. Ich muß an Deck.

Die frische Luft tut gut und die Sicht wird auch wieder
besser. Später gibt es im Speisesaal ein gutes Abendessen vom Büffet.
Gut gespeist genießen wir dann wieder unsere schöne
Fährfahrt an Deck und blicken in die Inselwelten, übers Wasser oder
auf schneebedeckte Berge. Die Weite, Ruhe und Einsamkeit sind spürbar.
Ca. 22 Uhr laufen wir im Hafen von Prince Rupert ein.
Prince Rupert ist eine wichtige Fischerei- und Hafenstadt. Von hier
könnte man weiterfahren mit der Fähre ins nahe Alaska.
Der Wasserflughafen von Prince Rupert ist für viele
entlegene Orte im Norden Kanadas wichtigste Verbindung zur Außenwelt.
Da es bald dunkel
wird, suchen und finden wir einen Übernachtungsplatz an der Straße 16
am Parkplatz vom Hotel Anchor Inn, etwas abseits der anderen Hotelgäste.
Im Hotel kehren wir noch kurz auf ein Bier als Schlummertrunk ein und
ca. 23.30 Uhr ist in unseren Wohnmobilen Bettruhe.
Morgen fahren wir weiter im nördlichen
British Columbia Richtung Alberta...
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