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Wir bemerken wohlwollend die knapp 700 Höhenmeter, die wir seit unserem letzten Stopp an den Geysiren von Sol de Mañana runter gefahren sind. Bevor wir zur Laguna Colorada fahren geht es zu unserem Nachquartier für die heutige Nacht auf 4.300 m Höhe.
Es handelt sich um eine einfache Unterkunft mit mehreren 6-Personen-Zimmern ohne Heizung und warm Wasser. Nachts wird es hier auf dieser Höhe empfindlich kalt, so dass wir nachts zum Schlafen trotz dickem Schlafsack deutlich mehr anhaben als tagsüber.
 
Nach kurzem Stopover sind wir alle gespannt auf die hauptsächlich rote Lagune, die in allen Farben schimmern soll. Kurz darauf dürfen wir uns selbst davon überzeugen.
Am späten Nachmittag sind die Farben der Laguna Colorada besonders intensiv, da dann neben den gelösten Mineralien auch die vielen dort ansässigen Algen hoch aktiv sind und dem Wasser die bekannt leuchtend rote Farbe verleihen.

Als wäre das für uns höhengeschädigte Abenteurer noch nicht spektakulär genug, kommen auch noch - wie an einer Schnur aufgezogen - einige Alpakas den Pfad entlang. Sie sind selbstbewußt und lassen sich von der Anwesenheit der seltsamen Altiplano-Besucher nicht irritieren.
Ohne Notiz von uns zu nehmen spzieren sie majestätisch streitend an uns vorbei. Gerade noch rechtzeitig bekomme ich den Foto betriebsbereit und kann das Schauspiel in Bildern festhalten:
 
Ein weiteres Mal fragen wir uns, ob es in einer Höhe von jenseits von 4.000 m doch nicht öfters zu halluzinatorischen Erscheinungen kommt. Allerdings ist das dann hier eine in Gruppen auftretende Wahrnehmungsstörung...
Alle geniessen den Ausflug zur Laguna Colorada und spazieren an der Wasserkante entlang. Alle sind mit Fotos bewaffnet und schießen sicherlich beeindruckende Bilder.
So nähern wir uns langsam einigen grasenden Alpakas und bewundern die vielen Flamingos, die sich hier an der durchschnittlich ½ Meter tiefen Lagune aufhalten. Kurz sind wir in unseren wegen des kalten Windes warm eingepackten Trekking-Klamotten interessant, dann fressen sie weiter.
Bekannt ist die Laguna Colorada auch für die vielen Flamingos, die sich bei der Lagune aufhalten. Außer dem Andenflamingo gibt es hier noch zwei weitere Arten.
 
Als die Sonne sich langsam dem Horizont nähert werden wir langsam wieder aufgesammelt und zurück zu unserer Unterkunft im Niemandsland der bolivianischen Anden gefahren.
Ein wahnsinnig erlebnisreicher Tag geht dann bei einem einfachen aber wohlschmeckenden Abendessen im Flur unserer Schlafstätte zuende.
Allerdings lasse ich es mir als Hobby-Astronom nicht nehmen mit der Kamera bewaffnet nochmals nach dem Südsternenhimmel über der kristallklaren Nacht auf 4.300 m Höhe zu sehen.

Bitter kalt es ist, aber nicht weniger spektakulär wie die anderen Erlebnisse des Tages... |