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Der Flug von Adelaide nach Melbourne war abenteuerlicher
als erwartet. Fix und fertig vom Schnorcheln mit den Delphinen
sehnten wir uns nach unserem Bett im vorreservierten Hotel Olembia
im Stadtteil St. Kilda. Komischerweise war unser Flug nicht
an der Departure-Tafel angeschrieben - dabei hatten wir doch
eben eingecheckt?! Naja, dachte ich, Muttern kann mal wieder
nicht richtig lesen - und fand an der Anzeige schließlich das
Ziel "Avalon". Dunkel erinnerte ich mich, dass es
zwei Flughäfen in Melbourne gab und ich wegen Preisvorteil Avalon
gebucht hatte. Aber warum stand dort nicht Melbourne-Avalon?
Ich zückte meinen Stefan-Loose-Reiseführer
und mein Adrenanlinspiegel schnellte augenblicklich in die Höhe:
Wir waren unterwegs zum "Frankfurt-Hahn" von Victoria!
Avalon lag nämlich ca. 55 km südlich von Melbourne.
Na fein,
so erreichen wir unser Hotel nie bis 19 Uhr, bevor die Rezeption
schließt. Nach ein paar Schlägen auf die eigene Stirn kehrte
aber bald mein Humor zurück: Wer reist, kann sich verirren -
wer nicht reist, bleibt zu Hause.
Zum Glück sind wir ja in Australien, und es
gibt einen zuverlässigen Shuttlebus zum Southgate Melbourne,
dessen Fahrplan auf die Flugzeiten abgestimmt ist (one way 19
AUD). Anders als in Frankfurt-Hahn fährt der Bus hier nicht
stur nach Plan, sondern wartet, selbst bei Flugverspätungen
wie in unserem Fall, auf die Gäste. Die Antwort des Busfahrers
auf meine Frage, wann er denn losführe: "When you are here."
Aha. Nach einigen Telefonaten mit dem Hotel wurden wir dann
sogar vom Hoteleigentümer höchstpersönlich am Southgate abgeholt
und erhielten so gleich auf dem Weg in die Herberge eine kleine
Stadtrundfahrt mit den wichtigsten Insidertipps. (Wer hat so
was schon mal in Deutschland erlebt?) Das Hotel / Hostel Olembia
(www.olembia.com.au) kann man nur empfehlen.
So, 4.2.07
St. Kilda ist ein lebendiger Stadtteil mit
palmenbestandener Promenade und vielen netten Ausgehmöglichkeiten.
Sonntags ist entlang der Promenade ein netter Kunsthandwerker-Markt,
auf dem man zum Beispiel günstig handgefertigte und sogar flugtaugliche
Echtholz-Boomerangs erstehen kann (mit aerodynamischem Schliff
und viel schöner als die teureren industriellen Sperrholzteile
aus dem Souvenirshop). So schlendern wir zwei Frauen erst mal
über den Markt und genießen dabei den Meerblick.
Auch Fisch kann man in St. Kilda gut essen
- zum Beispiel im Claypots (213 Barkly St.), das nach dem heutigen
Abendessen unversehens zu unserem Stammlokal wurde. Nur ganze
Fische in allen Gewichtsklassen werden hier serviert - eine
Gaumenfreude, die ihresgleichen sucht! Nach 20 Uhr kriegt man
dort kaum noch einen Platz - es sei denn in der Eisvitrine zwischen
den wenigen verbliebenen Meeresbewohnern.
Mo, 5.2.07
Es ist ein heißer Tag und wir schlendern einfach
planlos los durch St. Kilda. Vor einem asiatischen Wellness-Laden
treffen wir eine nette deutsche Frau mit Baby auf dem Arm und
kommen ins Gespräch. Als ihr australischer Mann italienischer
Herkunft von seiner full-body-massage zurückkehrt, laden uns
die beiden ein, mit ihnen gemeinsam zu essen. Die ungeplanten
Tage sind oft die schönsten! Es war total nett und wir erfahren
von fortdauernden Schwierigkeiten mit der Aufenthaltsgenehmigung
für die junge Mutter trotz Trauschein und gemeinsamem Baby.
Am Nachmittag halten wir ein Schläfchen im
Hotel, da es für einen Strandtag definitiv zu heiß ist - keine
Minute kann man es in der Sonne aushalten. Am Abend folgen wir
dem Hinweis unseres Hoteliers David und laufen mit Taschenlampe
zum Pier, wo sich zur Dämmerung ab und zu Pinguine zeigen. Leider
bekommen wir aber an diesem Abend keinen zu Gesicht.
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