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Unser erster Stopp an Str. 93 ist bei den Athabasca
Wasserfällen. Nur 400 m vom Parkplatz entfernt stürzen die tosenden
Wassermassen des Athabasca River über einen Felsvorsprung in den schmalen
Canyon. Klaus nimmt mir den Foto weg, ich mache zu viele Bilder!!

Im Hintergrund steht der mächtige Berg Kerkeslin (2956
m). Das Wetter ist bewölkt. Das ist schade. Für unsere Traumstraße haben
wir uns doch nur Sonne gewünscht.
Unser nächster Stopp ist ebenfalls an einem Wasserfall.
Beeindruckend sind die donnernden Wassermassen und die sprühende Gischt
des Sunwapta-Falls. Weiter geht’s auf Str. 93 mit andauernder Sicht
auf Berge mit Schnee.

Grandios, erhaben und einzigartig ist die Bergwelt
der Rocky Mountains. Wir sind z. Zt. 1600 m hoch, rechts und links ist
mittelhoher, lichter Wald mit Kiefern und Cedars. Immer wieder sehen
wir Güterzüge mit ca. 200 Wagen und mehreren Loks. Immer wieder stehen
am Straßenrand Warnschilder wegen Elchen o.Ä. Am Rastplatz Beauty Creek
machen wir Kaffee- bzw. Vesperpause. Ich erkunde die Gegend und fotografiere
mir unbekannte Pflanzen.
Erneuter Stopp und Bild mit dem vergletscherten Berg
Kitcherer (3505 m). Dann erblicken wir das Columbia Isefields mit dem
Athabasca Gletscher. Das Columbia Isefields hat eine Ausdehnung von
ca. 325 qkm und ist bis zu 365 m dick. Hier müssen wir wieder einen
Stopp einlegen. Wir sind nun ca. 2000 m hoch in einer faszinierenden
Gletscherwelt.
Vor uns befindet sich der Ausläufer des Athabasca
Gletschers im Jasper Nationalpark. Vom nahen Hotel an der Straße aus
kann man eine kleine Wanderung auf den Gletscher machen.
Wir überlegen
uns, ob wir das heute noch machen wollen. Es werden auch Schneemobil-Touren
auf den Gletscher angeboten. Mit allradangetriebenen Bussen mit riesigen
Reifen werden die Gäste auf den Gletscher gebracht.

Doch zuerst suchen wir den nahen Campingplatz Wilcox
Creek. Und wieder begegnen uns auf der Straße die unverwechselbaren
Bighornschafwidder. Am Campingplatz angekommen, bezahlen wir für Übernachtung
Can. Dollar 13,-- in den Kasten und beziehen die Plätze 15 und 17.
Es
ist unser höchstgelegener Campingplatz und auch mit 2040 m der höchstgelegene
in den Rockies. Die Plätze sind wieder im Wald mit Tischen und Bänken
und Feuerstellen.
Karin, Wolfgang und ich haben noch Lust, die Wanderung
auf den Gletscher zu machen. Klaus hat keine Lust aufs Eis. Wir fahren
mit dem Wohnmobil zum nahen Parkplatz und bewaffnen uns mit einem Schirm.
Dann starten wir, leider bei leichtem Nieselregen, auf den Athabasca-Gletscher.
Bis wir zum Gletscher kommen, laufen wir ca. 20 Minuten den Hang hinauf.
Dann geht’s auf dem Gletscher weiter.
Es ist nicht rutschig, eher fast leicht angetaut.
Nach ca. weiteren 15 Minuten kommen wir an eine Stelle, von der es bald
sehr aussichtsreich werden könnte, wenn man das bei dem Wetter überhaupt
sagen kann. Doch dann sind Hinweisschilder angebracht, daß man ab hier zur eigenen
Sicherheit nicht mehr weitergehen soll. Karin und ich gehen noch ca.
50 m weiter. Wolfgang bleibt zurück.
Dann begnügen wir uns mit weniger Aussicht, machen
noch ein Bild, und treten den Rückweg an. Immer wieder muß man den Schirm
auf und zu machen und es ist auch ein recht frischer Wind hier oben. Wir
bemerken am Wegrand immer wieder Jahresmarken, die andeuten, wie weit
der Gletscher vor Jahren gegangen ist.

Erschreckend ist der Abschmelzungsprozess dieser Eismasse,
hervorgerufen durch die Erwärmung der Erde. Um ca. 1900 reichte der
Gletscher noch bis zur heutigen Straße. Wieder am Campingplatz angekommen, machen wir Abendessen.
Es gibt Eintopf aus der Dose mit Saiten und Gurkensalat und zum Nachtisch
eine Kiwi. Ich habe bemerkt, dass es hier im Wald wieder Erdhörnchen
gibt. Sie sind hier etwas anders und etwas dunkler. Mit Schirm und Foto
gehe ich auf die Pirsch. Es ist schon sehr abendlich und wird bald dunkel.
Für Fotos muß ich den Blitz einsetzen. Die Erdhörnchen
haben ein gut funktionierendes Warn- und Verständigungssystem. Ich sehe
sie noch nicht, aber höre ihre auffälligen Schreie. Sie sammeln kleine
Tannenzapfen am Boden, setzen sich auf einen Baumast und nehmen den
Zapfen zwischen die Vorderfüße.
Dann knappern sie schnell am Zapfen
und lassen dabei immer einen Teil fallen. Ist der Zapfen leergefressen,
holen sie sich den nächsten und das Spiel geht von vorne los.

Für mich ist das sehr spannend. Sie lassen mich nicht
zu nahe kommen und sind gleich auf dem nächsten Baum. Aber, ich kann
doch ein paar Superfotos von meinen Freunden machen. Die ca. 50 Plätze dieses terrasssenförmig angelegten
Platzes sind am Abend fast alle belegt. Es gibt hier nur Plums-Clos.
Vor dem Einschlafen regnet es mächtig. Heute müssen wir uns gut zudecken!
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