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Heute ist unser 35. Hochzeitstag! Wir beschließen:
jede Partie erkundet alleine Banff und Umgebung und heute abend treffen
wir uns wieder hier. Klaus und ich fahren los in die Stadt Banff. Auf
dem Weg dorthin fahren wir einige Aussichtspunkte an und genießen den
Blick auf die Stadt vom erhöhten Standpunkt. Dann nehmen wir uns bei
gutem Wetter die City vor.
Kleine Geschäfte, Souvenierläden und gemütliche Lokale
wechseln sich ab. Die hübsche Stadt gefällt uns sehr. Die Banff Avenue
ist blumen- und fahnengeschmückt und man hat einen herrlichen Blick
auf den Cascade-Mountain. Wir kaufen schöne Souveniers und
sitzen dann in einem Cafe bei Cappucchino. Nach Banff möchte ich irgendwann
einmal wieder herkommen!

Nach der City fahren wir zur Talstation der Sulphur
Mountain Bahn. Sollen wir mit der Gondel fahren oder hinauflaufen zum
Sulphur Mountain? Es geht auf 2286 m und ca. 3,5 km aufwärts zu einer
großartigen Aussicht auf die ganze herrliche Umgebung. Während wir überlegen,
nimmt uns das Wetter die Entscheidung ab. Es zieht zu und wird bald
regnen!! Wir warten eine Weile, müssen aber dann leider einsehen, daß
es sich nicht lohnt, da oben ist bestimmt keine Sicht ist.
Bei Nieselregen fahren wir zurück und an die nahen
Vermillion Lakes. Es ist ein Sumpfgebiet am Bow River. Wir fahren an
den drei Seen entlang und machen an einer hübschen Stelle erst einmal
Kaffeepause. Es wäre ein guter Platz zur Tierbeobachtung. Es hat hier
viele Biber. Wir blicken auf den wolkenverhangenen Mt. Rundle. Rechts
auf der Halbinsel im See grasen junge Elche oder Wapitihirsche.

Zurück an der Straße halten wir gleich wieder am nächsten
rechten Parkplatz. Es ist der Ausgangspunkt zum Fenland-Trail. Der Regen
hat aufgehört und der Trail führt uns 2 ½ km durch ein ausgedehntes
Marschland durch Wald und an den Seen entlang. Die flache Landschaft
steht im Kontrast zur Gebirgsszenerie, die sich rund herum bietet.
Es ist jetzt 14 Uhr und nachdem das Wetter wieder
ordentlich ist, wollen wir doch noch aufsteigen, um den Blick von oben
auf Banff und Umgebung zu genießen. Wir steuern den Ausgangspunkt zur
Wanderung auf den Aussichtsberg Tunnel Mountain an und machen uns startklar.
Doch es ist heute wie im April und es fängt wieder an zu regnen. Wir
trinken Kaffee im Wohnmobil während ein Wolkenbruch herniedergeht.
Es wird ganz hell, der Regen hat aufgehört und ca.
15 Uhr können wir starten. Es geht immer wieder aussichtsreich in Serpentinen
höher und durch lockeren Kiefernwald. Wir sehen zwei Wapitihirsche am
Hang. Nach knapp einer Stunde sind wir schon oben auf 1690 m und die
Sonne scheint. Wir haben nach allen Seiten beste Aussicht.

Dieser Anblick entschädigt für teilweise schlechtes
Wetter. Banff, das weite Bow-Tal liegen uns zu Füßen. Dazu haben wir
Panoramablicke in die Rockies. Ich hole eine Plastiktüte aus dem Rucksack
und wir sitzen eine Weile oben auf glatten Steinen und schauen.
Beim
Abstieg haben wir noch einen Superblick auf das Banff Springs Hotel.
In unserem Wohnmobil angelangt, fahren wir zu den
heißen Quellen bei Banff, den Upper Hot Springs. Wir genießen die Vorzüge
des warmen Bades bei einer sehr guten Aussicht auf die Berge. Das Bad
tut unseren Knochen gut. Es wird von 47 Grad an der Quelle auf 39 Grad
heruntergekühlt. Danach kaufen wir in Banff noch ein fertiges Hähnchen
für unser Abendessen.

Ich würde gerne noch an den schön beschriebenen Minnewanka
Lake fahren. Er liegt nur einige km von Banff entfernt. Leider hat Klaus
keine Lust mehr. Er hat Hunger und will zum Campingplatz. Ich habe also
Pech, der Minnewanka wird mir fehlen!
Am aussichtsreichen Campingplatz angekommen ist es
inzwischen 19.30 Uhr und wirklich Zeit fürs Abendessen. Nach Essen und
Duschen machen wir einen Abendspaziergang. Es gibt hier eine andere
Art von Murmeltieren, die Präriehunde, die immer wieder Männchen machen.
Wir kommen ins Gespräch mit einem Amerikaner aus Texas,
als ich sein Riesen-Wohnmobilbus mit angehängtem Pkw fotografiere. Er
lädt uns ein und zeigt uns sein fahrendes Haus. Auch Frau und Hund lernen
wir kennen und sind gleich per „Du“. Er drückt auf den Knopf und hydraulisch
bewegen sich die Außenwände samt Möbeln weiter nach außen und wieder
nach innen. Beim Stand auf optimale Breite und zum Fahren verkürzt auf
Busbreite. Wir staunen!
Dann sitzen wir noch zu viert im Wohnmobil und erzählen
bei einem Bier die heutigen Erlebnisse. Eigentlich sollten wir noch
einige Tage in dieser wunderbaren Gegend bleiben. Es würde uns nicht
langweilig werden. Doch morgen soll es weiter gehen.
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